Am Samstag, 17. September findet in der Langenthaler Markthalle eine grosse Schönheitskonkurrenz statt. Dabei geht es aber nicht um den nächsten Mister Schweiz, sondern um vierbeinige Schönheiten: Bei der CAC-Klubschau werden nämlich die schönsten Schweizer Sennenhunde gekürt.

Die Anmeldungen seien zahlreich, sagt Roger Zwahlen, Vizepräsident des Klubs für Grosse Schweizer Sennenhunde: «Wir haben um die 80 Anmeldungen», sagt er. Die Aussteller reisen zum Teil von weit her mit ihren Hunden an: «Neben Schweizern haben wir auch Teilnehmer aus Italien, Deutschland oder Tschechien.»

Und vor ihr werden sich alle beweisen müssen: Marie-Louise Bill aus Langendorf wird an der CAC-Klubschau als eine von vier Richtern fungieren. Bill hält selber zwei Appenzeller Sennenhunde, eine kleinere Sennenhunderasse. Seit 40 Jahren hält sie Hunde dieser Rasse. Noch nicht ganz so lang ist Marie-Louise Bill Richterin an Hundewettbewerben. Trotzdem kann sie bereits auf 17 Jahre Erfahrung zurückblicken. «Richterin wird man aber nicht einfach so», betont Bill.

Der Weg führe über Erfahrung als Aussteller, Ringordner, Ringsekretär, und erst nach einer Prüfung und der Zusage des Rasseklubs erfolge die Ausbildung zum Richter für eine einzelne Rasse. Diese Ausbildung hat Bill bereits für verschiedene Rassen im Sack: Appenzeller und Entlebucher Sennenhunde, Bernhardiner und natürlich Grosse Schweizer Sennenhunde bewertet die Langendörferin regelmässig an Wettbewerben, auch international. So war sie auch schon in Finnland oder Russland als Richterin im Einsatz.

Ausdauer und Beweglichkeit

Am Samstag, 17. September, steht in der Langenthaler Markthalle aber nur einer im Mittelpunkt: der Schweizer Sennenhund. «An dieser Rasse faszinieren mich unter anderem sein Aussehen und sein Wesen. Zudem hat er für seine Grösse und sein Gewicht viel Ausdauer und Beweglichkeit», so Marie-Louise Bill. Für sie und die drei weiteren Richter gibt es bei jedem der teilnehmenden Hunde einiges zu beachten. «Jeder Richter beurteilt den gesamten Hund», so Bill.

Die Liste der Kriterien ist lang. Dazu gehören beispielsweise die Länge des Halses, die Form des Brustkorbs, die Augenfarbe oder der Winkel der Vorder- und Hinterbeine. Gutes Aussehen allein reicht aber nicht, damit die Richter gute Bewertungen vergeben. Auch das Wesen des Hundes und der Bewegungsablauf werden beurteilt. Aggressionen oder übermässig ängstliches Verhalten führen zu einer Disqualifizierung. «Die Beurteilung erfolgt nach dem bei der Weltorganisation der Kynologie hinterlegten Standard für Grosse Schweizer Sennenhunde», erklärt Bill. Die Rassemerkmale werden in diesem Standard festgelegt.

Treuer Helfer auf Hof und Alp

Den ersten Züchtern der Rasse scheint die perfekte Kopfform oder die ideale Farbe der Augen wohl nicht besonders wichtig gewesen zu sein. Ein Sennenhund musste im Alltag etwas taugen. «Die vier Rassen Entlebucher, Appenzeller, Grosse Schweizer und Berner Sennenhunde wurden ursprünglich für verschiedene Arbeiten auf Bauernhöfen oder auf der Alp gezüchtet», so Bill. Etwa für den Schutz des Hauses oder um die Viehherde zu treiben. Die vier Sennenhunderassen hätten ganz unterschiedliche Charaktere und Bedürfnisse, und selbst innerhalb einer Rasse habe jeder Hund wiederum seinen eigenen Charakter, erklärt Bill weiter.

Eines haben aber alle gemeinsam: «Alle Hunde, egal welcher Rasse, verlangen viel Einfühlungsvermögen und Erziehung». Wer also überlege, sich einen Schweizer Sennenhund anzuschaffen, sollte gewillt sein, zwei bis drei Stunden täglich mit dem Hund unterwegs zu sein. «Sennenhunde müssen beschäftigt werden», sagt die Langendörferin. Zudem ist ein Schweizer Sennenhund keinesfalls ein Kurzzeitprojekt. «Er hat immerhin eine Lebenserwartung von 8 bis 15 Jahren.»