Inkwilersee

Fische im Inkwilersee sind ausser Gefahr

Der Inkwilersee erholt sich wieder.

Der Inkwilersee erholt sich wieder.

Rund 1,5 Tonnen Fische sind im Inkwilersee seit vergangenem Freitag gestorben. Nach dem grossen Fischsterben droht jetzt jedoch keine unmittelbare Gefahr mehr. Die Fische haben wieder genug Sauerstoff.

Das Fischsterben im Inkwilersee vom vergangenen Wochenende hat Rita Beer vor allem eines deutlich gemacht. «Dieser See ist ein so komplexes und filigranes System. Wenn er kippt, sind wir nichts», sagt die Präsidentin der Umweltschutz- und Betriebskommission der Gemeinde Bolken. Dies sei einerseits eindrücklich zu sehen, anderseits aber nur «schwer auszuhalten».

Ins Kippen kam der See am vergangenen Freitag mit dem Wetterwechsel nach ein paar heissen Tagen (wir berichteten). Umso erleichterter ist Beer darüber, dass es jetzt positive Nachrichten gibt. Eine verlässliche Prognose zur weiteren Entwicklung sei zwar noch schwierig zu machen, sagt Daniel Schrag vom Amt für Umwelt des Kantons Solothurn. Der See werde noch immer mit Frischwasser versorgt. Und in der Nacht auf Donnerstag sei es erneut kritisch geworden. «Ein Gewitter mit ziemlich starken Böen mischte den See auf.»

Wieder genug Sauerstoff

Aber es sterben jetzt keine Fische mehr. Regelmässig sucht Beer in diesen Tagen den See auf, um den Sauerstoffgehalt zu messen – eine Aufgabe, die sie sich mit anderen teilt. «Der See produziert wieder Sauerstoff», sagt sie. «Es gibt auch wieder eine Temperaturschichtung, das ist ein gutes Zeichen.» Sie konnte zudem beobachten, wie sich an der Oberfläche Wasserringe bilden von den Fischen, die an der Oberfläche nach Insekten schnappen. «Daran sehen wir, dass sich die Fische wieder im ganzen See verteilen.»

«Im Moment besteht für die Fische keine Gefahr mehr», sagt Hans Urben, Präsident der Fischereivereinigung Inkwilersee. Zudem kühle es nun ab, womit die Gefahr neuerlicher Sauerstoffknappheit sehr viel kleiner werde. Rund 1,5 Tonnen Fische sind im See seit vergangenem Freitag gestorben, so lautete gestern Nachmittag seine Bilanz.

Auch in den nächsten Tagen werden er und seine Fischerkollegen noch damit beschäftigt sein, tote Fische aus dem Wasser zu ziehen. «Keine schöne Arbeit», sagt Urben. Aber sie konnten auch helfen. Gegen 20'000 Fische haben die Fischer in den vergangenen Tagen gerettet, aus dem See genommen und in die Aare geworfen. Darunter waren vor allem Egli, Rotaugen, Karpfen und auch wenige Hechte.

Langfristige Folgen

Was den Hecht anbelangt, so zeigen sich die Folgen des letzten grossen Fischsterbens vom August 2009, als 2,5 Tonnen Fische starben. «Uns fehlen jetzt zwei Generationen», sagt Urben. «Das ist es, was man langfristig spürt.» Dieses Jahr seien gerade mal drei Egli gefangen worden. «Einen davon habe ich kürzlich gefangen. Weil er so schön war, habe ich ihn wieder zurückgesetzt.» Jetzt sei womöglich auch dieser Fisch umgekommen.

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