Garagist Daniel Rufer will in der Weiermatt in Wiedlisbach eine neue Autogarage bauen. Als Anfang dieses Jahres für erste Bauarbeiten die Lastwagen herangefahren kamen, stand ein Auto in der Ecke des angrenzenden Parkplatzes. Es war genau so parkiert, dass den Chauffeuren möglichst wenig Platz blieb für ihre Manöver.

Das Auto gehört einem Anwohner, der seit fast einem Jahr einen Rechtsstreit führt mit Rufer und sich gegen den Neubau wehrt. «Bis dahin hatte er das Auto nie dort abgestellt», sagt Rufer. «Aber das waren gute Chauffeure, die können auch rückwärtsfahren.» Er habe sich daran gewöhnt, schikaniert zu werden. «Man kann den Bau bremsen, aber nicht verhindern», sagte er schon Ende des letzten Jahres.

Kurz vor Ostern hat Daniel Rufer nun aber gute Nachrichten erhalten. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern hat die Beschwerde des Anwohners (Name der Redaktion bekannt) abgewiesen. Es ist die dritte Instanz, an die der Mann wegen der Garage gelangt ist, es ist die dritte Niederlage für ihn. «Das ist eine gute Nachricht», sagt Rufer, «aber dieser Entscheid war auch zu erwarten.»

Innert 30 Tagen aber könnte der Beschwerdeführer das Urteil an das Bundesgericht weiterziehen.

Gesuch vor einem Jahr eingereicht

Am 16. April 2010 hatte Daniel Rufer das Baugesuch für eine neue Garage eingereicht. Auf 3500 Quadratmetern will er seinen Betrieb mit Werkstatt, Spritzwerk und Autoverkauf in der Weiermatt betreiben (az Langenthaler Tagblatt berichtete). Seit mehr als zehn Jahren war er zuvor im Ladenzenter an der Holzgasse tätig. Wegen der Ausbaupläne des dortigen Denners musste er aber eine neue Bleibe suchen.

Schon Ende März hätte er seinen Platz beim Ladenzenter räumen müssen. Am alten Standort kann er nun aber immerhin bis nach den Sommerferien die mechanische Werkstatt betreiben. Und trotz fehlender Baubewilligung wurden am neuen Standort ja schon die ersten Arbeiten vorgenommen. «Wir haben den Aushub gemacht und Bodenplatten verlegt», sagt Rufer. Irgendwo müsse er die Autos ja abstellen können. Für solche Arbeiten braucht es keine Bewilligung. Er möchte bald weiterfahren.

Unbegründete Einwände

Mit dem neuerlichen Urteil, das dieser Zeitung vorliegt, hofft er nun, dass die Auseinandersetzung ein Ende hat und dass er ab August die Garage am neuen Standort betreiben kann. Soweit überhaupt darauf eingetreten werden könne, schreibt das Verwaltungsgericht im Urteil, sei die Beschwerde abzulehnen. So machte der Beschwerdeführer etwa geltend, dass das Baugesuch Rufers formelle Mängel aufweist. «Der Beschwerdeführer begnügt sich damit, die Rüge vor Verwaltungsgericht zu wiederholen, ohne sich im Geringsten mit der Argumentation der Vorinstanz auseinanderzusetzen», lautet dazu die Antwort.

Ebenso als unbegründet bezeichnet das Gericht den Einwand, dass mit einem Ausnahmegesuch die Detailerschliessung des Industrielandes habe umgangen werden sollen; gleich verhält es sich mit dem Vorbehalt gegen einen provisorischen Kanalisationsanschluss.

Erschliessungsgesuch eingereicht

Die Gemeinde Wiedlisbach ist auch aktiv geworden. Gemäss Gemeinderat Martin Frank (BDP) hat sie kürzlich das Baugesuch für die Erschliessung der Weiermatt eingereicht. Es gebe weitere Interessenten für das Industriegebiet.