Es war der letzte Produktionsbereich, der nach der Schliessung der Borregaard noch weiterbetrieben wurde. In der Elektrolyse werden Salzsäure und Natronlauge hergestellt. Nun läuft der Vertrag mit einem Abnehmer aus. Wie die Firma gestern mitteilte, wird der Bereich per Ende Jahr eingestellt. «Es war seit Ende 2008 klar, dass wir die Elektrolyse nur befristet weiterbetreiben», sagt Geschäftsführer Lothar Kind.

Keine Käufer gefunden

Als die Zelluloseproduktion wegfiel, habe die Elektrolyse wirtschaftlich nicht mehr rentiert. Der Weiterbetrieb mündete laut Kind aufgrund der hohen Verluste gar in ein «wirtschaftliches Desaster». Gespräche mit möglichen Käufern blieben erfolglos. Im Juli habe sich auch der letzte Interessent zurückgezogen.

14 Mitarbeiter der Borregaard erhalten die Kündigung, davon treten 4 in den vorzeitigen Ruhestand. Weitere 5 Teilzeitangestellte erhalten ebenfalls die Kündigung. Laut Kind werden einige davon allenfalls weiterbeschäftigt, um laufende Rückbauarbeiten zu übernehmen.

Nur noch 15 Angestellte

Für die betroffenen Angestellten steht ein Sozialplan zur Verfügung, die Firma unterstützt die Betroffenen auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Damit beschäftigt Borregaard in Luterbach ab 2011 noch 15 Angestellte in der Administration sowie um die Anlagen instand zu halten respektive rückzubauen.

Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage ist Kind optimistisch, die verbleibenden Anlagen verkaufen zu können. Natronlauge wird auch in der Lebensmittelindustrie und für Reinigungszwecke gebraucht. Klar ist, dass sich der norwegische Konzern in den kommenden Jahren komplett aus der Schweiz zurückzieht. Bis dahin werden Investoren für das riesige Industrieareal von 53 Hektaren gesucht. «Es ist denkbar, das Areal sowohl schrittweise auch en bloc zu verkaufen», sagt Kind.

Klage vor Bundesgericht hängig

Nach der Schliessung der Zellstofffabrik im Herbst 2008 hatten 440 Mitarbeiter ihre Stelle verloren. Die Gewerkschaft Unia wirft der Borregaard vor, damals das Konsultationsverfahren verletzt zu haben. So seien im Zuge der Massenentlassung zweckdienliche Informationen zurückbehalten oder den Sozialpartnern erst verspätet zugänglich gemacht worden. Nach einer Niederlage vor dem Solothurner Obergericht hat die Unia ihre Klage nun ans Bundesgericht weitergezogen. Der Fall ist hängig.