Die Tiere leiden offenbar unter Sauerstoffmangel. Bis gestern Abend starben rund 400 Kilo Fische, sagte Daniel Schrag, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Wasser im solothurnischen Amt für Umwelt.

Das Unheil begann mit dem Wetterwechsel am Freitagabend. Die Bevölkerung und die starken Winde sorgten für eine Umwälzung im stark aufgeheizten See. Dadurch sei der See «gekippt». Das sauerstoffarme Wasser in Bodennähe habe sich mit dem sauerstoffreichen Wasser an der Oberfläche gemischt. Dadurch sei der Sauerstoffgehalt zusammengefallen, sagt Schrag.

Weitere chemische Prozesse und absterbende Algen entzogen dem Wasser den restlichen Sauerstoff.

2,5 Tonnen Fische erstickten

Das letzte grosse Fischsterben im Inkwilersee gab es Ende August 2009, als 2,5 Tonnen Fische erstickten, ein Drittel des damaligen Bestandes. Als Irrtum erweist sich nun allerdings die Annahme, dass ein nicht funktionierendes Luftaggregat der Auslöser war für das Sterben. Das Fischsterben fiel vermutlich zufällig mit dem Ausfall der Anlage zusammen, sagt Schrag. Denn nun funktioniert sie, und doch verenden die Fische.

Hoffen auf die Sanierung

Zudem wurde im vergangenen Sommer ein verbesserter Abfluss in Betrieb genommen, womit sauerstoffarmes Tiefenwasser abgeleitet werden kann. Aber auch das hilft im aktuellen Fall nicht. «Man kann an diesem See noch so viel herumtüfteln», sagt Schrag, «am Ende ist die Witterung entscheidend.»

Dennoch ruhen die Hoffnungen nun aber auf einem umfassenden Sanierungsprogramm, das die Kantone Bern und Solothurn im nächsten Jahr an die Hand nehmen wollen (wir berichteten). Das Absaugen von Sedimenten in Ufernähe und eine bessere Tiefenwasserableitung sollen die Verlandung verhindern und die Wasserqualität erhöhen.

Schaden in Grenzen halten

Vorerst aber bleibt den Fachleuten nichts anderes übrig, als den Schaden möglichst gering zu halten. «Die ansässigen Fischereivereine haben einen grossen Teil des Sees elektrisch abgefischt und mehrere Tausende Egli in die Aare gebracht», sagt Schrag. Wie viele Fische sich noch im See befinden und allenfalls auch noch verenden, kann er nicht sagen. «Wenn das Wetter gut ist und leichter Wind geht, sollten wir den See in ein paar Tagen in Griff haben.» Wenn nicht, kann es auch noch länger dauern.