Die Tour rollt quer durch die Schweiz. Überall wo der Zürcher Mundartrapper auftritt, spielt er in vollen Hallen. So auch im Sportcenter Huttwil. Altersmässig sind die 2700 Besucherinnen und Besucher bunt durchmischt. Das sorgt neben der genialen Show für eine einzigartige Stimmung. Tausende Hände sind in der Höhe, es wird mitgetanzt und viele singen die Lieder auswendig mit. Das aktuelle Album «Bart aber herzlich» steht für Bliggs harten und weichen Seiten. Er philosophiert über sich und die Welt. Der zurzeit erfolgreichste Schweizer Musiker berührt mit melancholischen Texten und epischen Songs wie «Annie May» ebenso wie mit dem mitreissenden «1 Tag».

Viel Sex-Appeal

Wenn er in die Menge ruft «Wer hat heute noch gearbeitet und wo sind eure Hände?» ist klar, dass der witzig-skurrile Rap «Chef» folgt. Allein im Lichtkegel spielt der französische Akkordeonist Hubert Kieffer die ersten Takte von «Rosalie» und augenblicklich ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. Einige Songs wie «Secondos» und «Nur en Söldner» stammen aus dem vierfach mit Platin veredelten Album «0816» Bligg geht auf Tuchfühlung mit seinen Fans, spricht sie an und reisst sie mit seiner Performance mit. Der 34-Jährige präsentiert sich als sensibler Poet mit Herzblut, als rebellischer Büezer oder als verliebter Romeo. Zeigt Stil mit Sonnenbrille «Man hät en» und versprüht neben Power und Energie auch viel Sex-Appeal.

Untrennbar mit dem einzigartigen Bligg-Sound aus Hip-Hop, Rock und Soul verknüpft, ist die Kombination mit den traditionellen Instrumenten Hackbrett und Akkordeon. Zusammen mit zwölf Musikern bietet Bligg visuell und akustisch eine grossartige Show. Sein Bruder Samuel Bliggensdorfer steht zusammen mit DJ Cutmando hinter dem Pult. Heiss geliebt von den Fans wird Bliggs «Mann an der Gitarre» Zlatko «Slädu» Perica.

Erfog ist kein Zufall

Bliggs phänomenaler Erfolg ist kein Zufall. Eines seiner Geheimnisse ist die Nähe zu seinem Publikum. Darin sind sich Beatrice Burri aus Rohrbach und die Madiswilerin Karin Hungerbühler einig: «Er hat sich hochgearbeitet und dabei nie seine Wurzeln vergessen. Ihm sind seine Fans wichtig; das spürt man.» Nach einem zweistündigen Konzert mit mehreren Zugaben bedankt sich Bligg herzlich und wirft CDs und T-Shirts ins Publikum.

Während sein Kollege das Auto am Huttwiler Bahnhof holt, steht Luca Süess aus Dagmersellen geduldig in der langen Warteschlange: «Ich hole ein Autogramm von Bligg für meinen kleinen Bruder Matteo. Er ist krank und deshalb habe ich das Konzert besucht. Es war voll cool und hat mir total gefallen», erklärt der 20-Jährige.