Eröffnung des Online-Wef
Bundespräsident Parmelin: «Wir müssen uns auf die Zeit nach der Pandemie vorbereiten»

Politik und Wirtschaft sollen sich für die Zeit nach der Coronapandemie wappnen. Das fordert Bundespräsident Parmelin zur Eröffnung des online durchgeführten Weltwirtschaftsforums.

Dario Pollice
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WEF-Präsident Klaus Schwab während Vorbereitungen zum diesjährigen Online-Treffen des Weltwirtschaftsforums in Davos.

WEF-Präsident Klaus Schwab während Vorbereitungen zum diesjährigen Online-Treffen des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Keystone

Wegen der Coronapandemie findet das World Economic Forum (WEF) dieses Jahr auf zwei Wochen verteilt statt: einerseits ab Sonntag im Internet. Andererseits ab dem 25. Mai physisch in Singapur. Zur Eröffnung des Online-Jahrestreffens forderte Bundespräsident Guy Parmelin am Sonntag die WEF-Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu auf, über die Gegenwart hinaus zu schauen. «Wir müssen uns auf die Zeit nach der akuten Phase der Pandemie vorbereiten», heisst es in Parmelins Redetext.

Guy Parmelin erinnerte die Eliten der Weltwirtschaft und Politik zudem daran, dass die Menschheit unabhängig von der Coronapandemie bereits vor grossen Herausforderungen stehe. Dabei spiele das WEF eine entscheidende Rolle als Forum für den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, heisst es weiter: «Dieser Dialog ist für die Zukunft unerlässlich, auch wenn er derzeit nur sehr eingeschränkt in physischer Form stattfinden kann», so der Schweizer Bundespräsident.

Nachhaltiges Wachstumsmodell gegen weitere Krisen

Weiter sagte Parmelin, die Menschheit müsse in den kommenden Jahren grosse Anstrengungen unternehmen: «Um eine weitere Krise zu vermeiden, müssen sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft entschlossen für ein nachhaltiges Wachstumsmodell entscheiden.»

Im Kampf gegen das Coronavirus und künftige Pandemien rief auch das WEF vergangene Woche bereits zu einem gemeinsamen Vorgehen auf. Der gleichzeitig präsentierte Weltrisikobericht, der dem Aufruf des Weltwirtschaftsforums zu Grunde liegt, soll auch die Debatten am nun begonnenen Online-Jahrestreffen unterstützen.

Persönlich bedauerte der Bundespräsident, dass das 51. Jahrestreffen des WEF nicht wie sonst üblich in Davos abgehalten werden kann. Doch, so heisst es im Redetext weiter, freue sich Parmelin bereits auf das Treffen in Singapur im Mai sowie auf die nächste Ausgabe des WEF wiederum in Davos: «Es wird auch ein Zeichen dafür sein, dass die akute Phase der Krise hinter uns liegt», sagte Parmelin.

Xi Jinping und Angela Merkel als Gäste angekündigt

Ursprünglich war vorgesehen, dass das WEF auf den Frühsommer verschoben werden und in Davos stattfinden soll. Dann sollte die Durchführung auf dem Bürgenstock in Nidwalden und in Luzern stattfinden. Wegen den hohen Coronafallzahlen in der Schweiz hat sich die WEF-Leitung schliesslich jedoch gegen eine Durchführung in Europa entschieden und das Jahrestreffen im kommenden Mai im südostasiatischen Stadtstaat Singapur angesetzt.

Zuvor diskutieren Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ab dem 25. Januar jedoch eine Woche lang online bei der sogenannten «Davos Agenda» über aktuelle Fragen und Probleme. Als Gastredner angekündigt sind unter anderem der chinesische Präsident Xi Jinping, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron oder der indische Premierminister Narendra Modi.