VERSICHERUNGEN
Groupe Mutuel baut Reserven ab: Jeder Versicherte erhält im Schnitt 50 Franken zurück

Die Krankenkasse bezahlt ihren Versicherten einen zweistelligen Millionenbeitrag zurück. Damit folgt sie den Vorschlägen des Bundesrats, der die «sehr hohen» Reserven senken möchte.

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Im Jahr 2020 erstattete die Groupe Mutuel bereits 101 Millionen Franken an Reserven zurück. (Symbolbild)

Im Jahr 2020 erstattete die Groupe Mutuel bereits 101 Millionen Franken an Reserven zurück. (Symbolbild)

Keystone

(frh/rwa) Die Groupe Mutuel zahlt ihren Versicherten 50 Millionen Franken aus ihren Reserven zurück. Das gab die Krankenkasse am Montag bekannt. Bei rund einer Million Versicherter macht das über den Daumen gepeilt rund 50 Franken pro Kopf aus. Reserven seien da, um für unvorhergesehene Ereignisse gewappnet zu sein, lässt sich Konzernchef Thomas Boyer in der Mitteilung zitieren. Gerade die aktuelle Situation zeige, wie nützlich sie seien. «Aber es entspricht nicht unserer Strategie, diese unnötig zu erhöhen. Wir nehmen unsere Verantwortung über konkrete Aktionen im Interesse unserer Versicherten wahr», so Boyer weiter.

Im vergangenen Jahr erstattete Groupe Mutuel bereits 101 Millionen Franken an Reserven zurück. Die diesjährige Rückzahlung muss noch abschliessend vom Bundesamt für Gesundheit genehmigt werden.

Für die Gesundheitsdirektoren reichen die Ideen des Bundesrats nicht aus

Um den Nutzen und die Höhe der Reserven wird auf der politischen Bühne schon lange intensiv debattiert. Im vergangenen Jahr schlug der Bundesrat neue Anreize vor, damit Versicherungen ihre «sehr hohen Reserven» zugunsten der Versicherten freiwillig abbauen. Dazu sollen unter anderem die Bedingungen gelockert werden, unter denen ein Versicherer auf einen freiwilligen Reserveabbau zurückgreifen kann. Dieser soll aber nicht zu kommerziellen Zwecken eingesetzt werden können, also zur Gewinnung neuer Versicherter.

Für die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) gingen die Vorschläge des Bundesrats zu wenig weit. Die Reserven würden seit Jahren auf «sehr hohem» Niveau verharren, was nicht dem Sinn und Zweck von sozialen Krankenversicherungen entspreche, schrieb das GDK in einer Mitteilung im November des vergangenen Jahres. «Blosse Anreize und das Festhalten am Prinzip der Freiwilligkeit» würden nicht genügen, damit Versicherungen ihre Reserven senken. Der Krankenkassenverband Santésuisse hingegen sprach sich gegen den Abbau der Reserven aus. Angesichts der Coronakrise hätten die Versicherer dank der Reserven etwa früh ankündigen können, auf Prämienerhöhungen zu verzichten.