Umwelt
Greenpeace kritisiert: Nestlé und Co. treiben Plastikproduktion voran

Ein neuer Bericht von Greenpeace kritisiert Konsumgüter-Konzerne wie Nestlé, Coca-Cola und Procter & Gamble. Zusammen mit Erdölkonzernen weiteten diese die Plastikproduktion aus und bedrohen so Klima und Umwelt.

Dario Pollice
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Konsumgüter-Firmen und die Erdölindustrie stemmen sich laut Greenpeace gegen die Beschränkung von Einwegverpackungen. (Symbolbild)

Konsumgüter-Firmen und die Erdölindustrie stemmen sich laut Greenpeace gegen die Beschränkung von Einwegverpackungen. (Symbolbild)

Keystone

Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssen die fossilen Brennstoffe deutlich zurückgefahren werden, insbesondere in den Bereichen Verkehr und Energie. Da die Erdölindustrie ihre Geschäfte in diesen Sektoren bedroht sieht, investiert sie vermehrt in die Produktion von Neuplastik und von Plastik, der durch sogenanntes «chemisches Recycling» hergestellt wird. Dies schreibt die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einem Bericht, den sie am Dienstag veröffentlicht hat.

Unterstützung erhalte die Erdölindustrie von multinationalen Konsumgüter-Firmen wie Nestlé, Coca-Cola, PepsiCo, Mondelez, Danone, Unilever, Colgate Palmolive, Procter & Gamble und Mars. Greenpeace hat die Plastik-Lieferketten der betreffenden Unternehmen untersucht und festgestellt, dass sie ihre Verpackungen bei Herstellern einkaufen, die von Erdöl- und Chemiekonzernen wie ExxonMobil, Shell, Chevron Phillips, Ineos und Dow mit Kunststoffgranulat oder Petrochemikalien beliefert werden.

Die Konsumgüterunternehmen wolle ihre engen Beziehungen zu Erdöl- und petrochemischen Unternehmen verbergen, schreibt Greenpeace. Doch der Bericht zeigt laut eigenen Angaben auf, in welchem Ausmass sie auf gemeinsame Ziele hinarbeiten. «Wenn diesen Konzernen die Umwelt wirklich am Herzen läge, würden sie diese Allianzen beenden und sofort von Einwegplastik abrücken», lässt sich Matthias Wüthrich von Greenpeace Schweiz zitierten.

Umstellung auf verpackungsfreie Produkte

Konkret wirft die Umweltschutzorganisation den beiden Industrien vor, dass sie gemeinsam Gesetze zur Beschränkung von Einwegverpackungen verhindern und stattdessen für das Lobbying für das «chemische Recycling» betreiben. Dabei werde Plastik in erdölähnliche Stoffe zurückverwandelt, was laut Greenpeace fälschlicherweise als Recycling bezeichnet wird.

Greenpeace fordert im Bericht die Konsumgüterhersteller auf, von Einwegverpackungen auf Mehrwegsysteme und verpackungsfreie Produkte umzustellen. Zudem sollen die Regierungen ein globales Abkommen über Kunststoffe unterstützen, das den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen berücksichtigt.

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