Strommarkt
Elektrizitätskommission: Ausbau erneuerbarer Energien ist ungenügend

Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet der Elektrizitätskommission zu langsam voran. Vor allem im Winter führe die hohe Importabhängigkeit zu einem Risiko, hält sie in ihrem Tätigkeitsbericht fest.

Drucken
Teilen
Die Schweiz muss nach Ansicht der Elektrizitätskommission künftig geeignete andere Stromerzeugungsquellen erschliessen. (Symbolbild)

Die Schweiz muss nach Ansicht der Elektrizitätskommission künftig geeignete andere Stromerzeugungsquellen erschliessen. (Symbolbild)

Keystone

Die Schweiz will bis 2050 ihren Treibhausgasausstoss auf netto null reduzieren. Dabei nehmen die erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle in der vom Bundesrat verabschiedeten Energiestrategie ein. Doch deren Ausbau kommt nur schleppend voran. Wie die Elektrizitätskommission ElCom in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Tätigkeitsbericht 2020 schreibt, sind die geplanten Massnahmen «nicht ausreichend».

Handlungsbedarf sieht die Kommission vor allem mit Blick auf die inländische Winterproduktion. Renato Tami, abtretender Geschäftsführer der ElCom, sagt dazu im Bericht:

«Mit dem Wegfallen der Kernenergie werden wir ein Problem bekommen, wenn wir nicht rechtzeitig gegensteuern. »

Dabei müsse die Schweiz geeignete andere Stromquellen erschliessen und das vorhandene Stromsparpotential nutzen.

Abhängigkeit von Stromimporten ist risikoreich

Nach der Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke dürfte der Importbedarf im Winterhalbjahr über längere Zeit auf über zehn Terawattstunden ansteigen, heisst es im Bericht. Dabei bringe diese hohe Importabhängigkeit wesentliche Risiken mit sich.

Einerseits gehe durch den Ausstieg aus der Atom- und Kohleenergie die Exportfähigkeit in den Nachbarländern zurück. Andererseits steigt die Abhängigkeit von politischen Entscheidungen im Ausland, so die ElCom weiter. Darum empfiehlt sie, dass die Schweiz mindestens so viel Winterproduktion bereitstellt, dass im Winterhalbjahr nicht mehr als zehn Terawattstunden importiert werden müssen.

Trotz dieses Risikos bestehe grundsätzlich kein Grund zum Alarmismus, sagte ElCom-Präsident Werner Luginbühl im «Tagesgespräch» von Radio SRF am Donnerstag. Er fuhr allerdings fort: «Wenn wir die Winterproduktion stärken wollen, brauchen wir mehr Windanlagen. Verglichen mit Österreich haben wir fast nichts erreicht.»

Darüber hinaus hielt die Elektrizitätskommission in ihrem Tätigkeitsbericht fest, dass die Stromversorgungsqualität hierzulande weiterhin auf einem sehr hohen Niveau sei. Demnach betrug die durchschnittliche Ausfalldauer pro Endverbraucher im letzten Jahr 21 Minuten. «Mit diesem Wert sind wir sicher Weltspitze», sagte Werner Luginbühl zu Radio SRF.

Keystone

Aktuelle Nachrichten