Rekordwert
2022 wird die Milliardengrenze geknackt: Crowdfunding boomt in der Schweiz

Der Markt für Crowdfunding ist im letzten Jahr um fast einen Drittel gewachsen. Im Vordergrund stehen Investitionen in Immobilien. Aber auch das Polit-Business holt auf.

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Wichtigster Treiber des Wachstums im Bereich Crowdlending ist der Immobilienmarkt. (Symbolbild)

Wichtigster Treiber des Wachstums im Bereich Crowdlending ist der Immobilienmarkt. (Symbolbild)

Keystone

Das Wachstum um 31 Prozent in nur einem Jahr sei ein Rekordwert, teilte die Hochschule Luzern (HSLU) am Montag mit. Sie hat die Daten in ihrem jährlichen Crowdfunding-Monitor erhoben. Insgesamt umfasste der Crowdfunding-Markt 2021 ein Volumen von über 790 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es knapp über 600 Millionen gewesen. Für das laufende Jahr rechnet die HSLU damit, dass die Grenze von einer Milliarde überschritten wird.

Ein deutliches Wachstum meldet die HSLU auch für Crowdlending und Crowdinvesting. «Die Online-Vermittlung von Geldern für Kredite an KMU und Private sowie die Vermittlung von Investitionen in Unternehmen und Immobilien wuchsen deutlich», heisst es in der Mitteilung. Der Crowdlendingmarkt wuchs um 35 Prozent auf über 600 Millionen Franken. Wichtigster Treiber ist laut HSLU die Immobilienbranche.

Starkes Wachstum im Polit-Business

Nach Rekordwerten im Coronajahr 2020 rückläufig waren die Zahlen im Spendenbereich. Hier kamen 2021 noch 38 Millionen Franken zusammen, 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang erklärt sich unter anderem mit dem Verschwinden von Plattformen, die während der Krise 2020 nur temporär betrieben worden waren.

Regelrecht explodiert ist dagegen der Politmarkt. Wurden 2020 erst 90'000 Franken in politische Kampagnen gesteckt, waren es 2021 bereits 800'000 Franken. Crowdfunding biete hier nicht nur einen finanziellen Hebel, sondern auch politische Legitimation für ein Anliegen, so die Erklärung der HSLU. (wap)