Postfinance
Keine Einzahlungen am Postomat: Konsumentenschützer kritisieren Service-Abbau

Ab August können Postfinance-Kunden an Postomaten kein Bargeld mehr einzahlen. Der Betrieb lohne sich nicht. Das wollen Konsumentenschützer nicht akzeptieren und fordern eine Nachfolgelösung.

Dario Pollice
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Postfinance-Kunden müssen Bargeldeinzahlungen künftig auf einer Postfiliale tätigen. (Symbolbild)

Postfinance-Kunden müssen Bargeldeinzahlungen künftig auf einer Postfiliale tätigen. (Symbolbild)

Keystone

Postfinance hat die Kundinnen und Kunden bereits im Februar per Brief darüber informiert, dass sie bald keine Bargeldeinzahlungen mehr am Postomat tätigen können. Das bundesnahe Geldinstitut stellt die Funktion per 31. Juli ein, wie verschiedene Medien berichteten.

Aus Sicht der Postfinance lohne sich die Aufrechterhaltung dieser Funktion nicht mehr. «Der Betrieb der Postomaten mit Einzahlfunktion ist sehr aufwändig und kostspielig», schreibt eine Sprecherin auf Anfrage von CH Media. «Gleichzeitig ist die Nutzung seit einigen Jahren rückläufig.»

Konsumenteschutz: «Äusserst kundenunfreundlich»

Nur jede zehnte Einzahlung werde am Automaten getätigt. Zudem machten Einzahlungen nur rund ein Prozent aller am Postomaten getätigten Transaktionen aus. Daraus schlussfolgert Postfinance: «Aus wirtschaftlichen Gründen lohnt es sich nicht, die Einzahlungsautomaten weiter zu betrieben». so die Postfinance-Sprecherin weiter. Als Alternative könnten die Kunden ihr Bargeld auf einer Postfiliale einzahlen.

Kein Verständnis für die Einstellung der Einzahlungsfunktion an den Postomaten hat die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). In einer Mitteilung vom Freitag nennt sie den Schritt «äusserst kundenunfreundlich», während gleichzeitig immer Poststellen abgebaut werden. Zudem sollten die Kunden angesichts der Pandemie «nicht mehr als nötig eine Post mit langen Wartezeiten aufsuchen müssen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Einzahlpostomaten funktionieren bei Tests nicht

Die Stiftung für Konsumentenschutz findet es denn auch bedenklich, dass die Post und ihre Tochtergesellschaft Postfinance versuchen würden, die Verwendung von Bargeld zunehmend unattraktiv zu machen. Daher fordert die SKS, dass Postfinance eine «angebrachte Nachfolgelösung» bereitstellen soll, wie sie weiter schreibt. Zu diesem Zweck habe sie sich mit der Post in Verbindung gesetzt.

Weiter kritisiert die Stiftung für Konsumentenschutz in ihrer Mitteilung, dass die Einzahlungsfunktion bei einigen Postomaten ungenügend oder gar nicht funktioniere. Zu diesem Schluss kommt sie nach einem Stichprobentest von acht von insgesamt rund 40 Automaten in der Schweiz. Postfinance schreibt dazu auf Anfrage von CH Media, dass sie die Konsumentenschutzorganisation diesbezüglich direkt kontaktieren werde und auf ein öffentliches Statement dazu verzichte.

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