Jahresergebnis
Corona beschert TX Group Verlust von rund 95 Millionen Franken

Das Medienunternehmen TX Group verzeichnete 2020 deutliche Rückgänge sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Besonders davon betroffen waren die Zeitungen von Tamedia und die Unternehmenseinheit «20 Minuten».

Dario Pollice
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Die TX Group litt im Coronajahr stark an den Folgen der Pandemie.

Die TX Group litt im Coronajahr stark an den Folgen der Pandemie.

Keystone

Die TX Group muss für 2020 einen Umsatzrückgang um 143,8 Millionen Franken auf 935,8 Millionen hinnehmen. Dies entspricht einem Minus von 13,3 Prozent, wie das Medienunternehmen am Donnerstag mitteilt. Der Grund dafür seien die im Zuge der Coronakrise eingebrochenen Werbeumsätze.

Die Coronakrise wirkte sich insbesondere auf den Umsatz der Unternehmenseinheiten Tamedia (-14,2 Prozent), welche unter anderem den «Tages-Anzeiger» herausgibt, und «20 Minuten» (-25,2 Prozent) aus. Neue digitale Abonnements. der Umsatz aus Online-Werbung sowie Kostenmassnahmen vermochten laut Mitteilung diese Rückgänge nicht kompensieren.

Digitale Plattformen unterschiedlich betroffen

Das Betriebsergebnis (Ebit) wies ebenfalls einen Verlust von 70,9 Millionen aus, nachdem 2019 noch ein Gewinn von 70,4 Millionen resultierte. Unter dem Strich beschert die Coronakrise der TX Group einen Verlust von 94,6 Millionen.

Dagegen kam der Bereich TX Markets, der digitale Plattformen und Marktplätze wie Jobcloud, Tutti oder Ricardo umfasst, vergleichsweise glimpflich davon: hier resultierte ein Umsatzverlust von 14,5 Millionen Franken oder -6,7 Prozent. Dabei seien die Plattformen unterschiedlich stark von der Krise betroffen gewesen. Während Jobcloud einen deutlichen Auftragsrückgang verzeichnete, konnten gemäss Mitteilung Tutti sowie Ricardo Rekordwerte registrieren.

Sparprogramm bei Tamedia

Bereits bei der Präsentation des Halbjahresergebnisses zeichnete sich ab, dass die TX Group tief in die roten Zahlen abrutschen würde. So vermeldete das Unternehmen im August einen Umsatzrückgang von rund 93 Millionen (-17,7 Prozent).

Gleichzeitig hat die TX Group im Sommer ein grösseres Sparprogramm angekündigt. Über die nächsten drei Jahre sollen alleine bei der Einheit Tamedia die Kosten um 15 Prozent, oder 70 Millionen reduziert werden. Vergangenen Oktober machten Medienberichte zudem publik, dass der Unternehmensbereich Tamedia künftig die Redaktionen von «Berner Zeitung» und «Bund» im April zusammenlegen will. Unklar ist indes, wie gross der Stellenabbau ausfällt.