Hoffen auf 2022
Chip-Krise schlägt auf Schweizer Automarkt durch

In der Schweiz wurden im November deutlich weniger Autos verkauft als im letzten Jahr. Die Zahl der Neuimmatrikulationen liegt 17,6 Prozent tiefer. Steckerfahrzeuge erreichten einen Rekordanteil.

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Der Anteil von Fahrzeugen, die Strom über das Netz beziehen, erreichte im November einen neuen Rekord. (Symbolbild)

Der Anteil von Fahrzeugen, die Strom über das Netz beziehen, erreichte im November einen neuen Rekord. (Symbolbild)

Keystone

Während sich andere Branchen von der Krise erholen, kommt die Autoindustrie nicht aus dem Loch. Grund sind Lieferschwierigkeiten bei Mikrochips. Sie schlagen auch auf den Schweizer Markt durch. Im November lag die Zahl der Neuimmatrikulationen von Personenwagen in der Schweiz und Liechtenstein 17,6 Prozent unter Vorjahresniveau. Insgesamt wurden knapp 19'000 Autos immatrikuliert. Dies teilte der Verband der Auto-Importeure Auto Schweiz am Mittwoch mit.

Seit Jahresbeginn gelangten damit knapp 214'000 Neufahrzeuge auf die Strasse. Das sind zwar drei Prozent mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr, aber rund 23 Prozent weniger als im Vorkrisenjahr 2019. An der Nachfrage mangle es dabei nicht, schreibt Mediensprecher Christoph Wolnik: «Doch leider macht uns der Mangel an elektronischen Bauteilen bei der Fahrzeugproduktion einen Strich durch die Rechnung.» Derzeit hoffe die Branche auf eine Erholung 2022 – zu erwarten sei diese aber auch dann erst für das zweite Halbjahr.

Die Chipkrise führt gleichzeitig zu einem Boom bei den Elektroautos. Viele Hersteller priorisieren momentan deren Produktion und Auslieferung. In der Folge hatte im November mehr als jeder zweite Neuwagen einen elektrifizierten Antrieb oder eine Gasmotorisierung. Der Anteil von Steckerautos, die über das Stromnetz geladen werden, erreichte mit rund 30 Prozent einen Rekordwert. (wap)

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