Geschäftsleitung
Migros-Aare-Chef Anton Gäumann tritt vorzeitig ab – es geht um Aufträge an seine Frau

Anton Gäumann (61) nimmt nach 35 Jahren bei der Migros Genossenschaft den Hut. Grund seien «nicht reglementskonforme Abläufe» und Interessenskonflikte. Er hatte Aufträge an seine Ehefrau nicht gemeldet.

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Anton Gäumann, Geschäftsleiter der Genossenschaft Migros Aare, nimmt überraschend den Hut.

Anton Gäumann, Geschäftsleiter der Genossenschaft Migros Aare, nimmt überraschend den Hut.

Tom Ulrich

Anton Gäumann, langjähriger Migros-Aare-Chef, tritt zurück. Interne Abklärungen hätten ergeben, dass es zu «nicht reglementskonformen Abläufen» und Interessenskonflikten gekommen sei, hiess es ein wenig kryptisch in der Mitteilung der Migros Aare am Dienstag.

Weiter wurde mitgeteilt, dass die Verwaltung der in den Kantonen Bern, Aargau und Solothurn tätigen Genossenschaft und Gäumann bereits seit einiger Zeit Gespräche über eine personelle Erneuerung an der Spitze geführt hätten. Dies mit Blick auf eine vorzeitige Pensionierung Gäumanns. Dieser Schritt werde nun vorgezogen, nachdem interne Abklärungen der Genossenschaft Migros Aare und des Migros Genossenschafts-Bundes konkrete Hinweise auf «compliance-relevante Vorgänge ergeben haben», hiess es in der Medienmitteilung der Genossenschaft.

Nicht gemeldete Interessenskonflikte

Nun scheint klar, was zu der vorzeitigen Trennung geführt hat: Gäumann soll seiner Ehefrau Aufträge zugeschanzt haben. Das berichtet die «Berner Zeitung» am Mittwoch. Gäumanns Ehefrau, die als Rechtsanwältin tätig ist, sei in den vergangenen Jahren als Expertin beigezogen worden, so die Medienstelle der Migros. Dies hätte Anton Gäumann reglementskonform in jedem einzelnen Fall als Interessenskonflikt melden müssen. Dies sei jedoch bei «einzelnen Rechnungen nicht der Fall».

Die Höhe der Summen wurde vom Unternehmen nicht genannt. Wie die «Berner Zeitung» weiter schreibt, werde die Migros keine Anzeige einreichen. Gäumann habe sich nicht bereichert. Bereits in der Medienmitteilung vom Dienstag hiess es, dass der Migros nach jetzigem Kenntnisstand keine finanziellen Nachteile entstanden sind.

Die Verwaltung der in den Kantonen Bern, Aargau und Solothurn tätigen Genossenschaft habe mit Gäumann bereits seit einiger Zeit Gespräche über eine personelle Erneuerung an der Spitze geführt, schreibt Migros Aare weiter. Dies mit Blick auf eine vorzeitige Pensionierung des 61-Jährigen. Nun wurde mit Gäumann jedoch vereinbart, dass er per 15. November 2021 als Geschäftsleiter der Migros Aare zurücktreten und alle Mandate in der Migros-Gemeinschaft abgeben wird. Gäumanns Stellvertreter Reto Sopranetti übernimmt dann die operative Führung der Migros Aare. (chm)

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