Cyber-Angriffe auf Banken nahmen in der Coronakrise zu

Mit dem Beginn der Coronakrise nahmen die Cyber-Angriffe auf Schweizer Finanzinstitute zu. Verglichen mit anderen Ländern ist die Zahl der Angriffe jedoch gering.

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Die Angriffsfläche auf Banken vergrössert sich mit der Digitalisierung immer mehr. (Symbolbild)

Die Angriffsfläche auf Banken vergrössert sich mit der Digitalisierung immer mehr. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Die Finanzinfrastrukturbetreiberin SIX hat am Dienstag ihren diesjährigen Bericht zur Cybersicherheit veröffentlicht. Dieser zeigt eine klare Zunahme der Angriffe zu Beginn der Coronapandemie, insbesondere im März und April. «Die Unternehmen stellten innerhalb weniger Wochen auf Telearbeit um, und die Kunden nutzten mehr denn je Online-Banking-Anwendungen, wodurch die Angriffsflächen vergrössert und neue Ziele für kriminelle Cyber-Akteure geschaffen wurden», schreibt SIX in einer Mitteilung. In den Sommermonaten gingen die Angriffe derweil wieder zurück.

Im Vergleich zu anderen Ländern gibt es in der Schweiz aber eine sehr geringe Anzahl von Cyberangriffen, heisst es im Bericht weiter. Angesichts der Tatsache, dass die Schweiz eine der attraktivsten und bekanntesten Bankendestinationen ist, sei dies überraschend. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Angriffe jedoch zugenommen. Dies entspricht der Einschätzung des Berichts, dass die Digitalisierung und die steigende Nachfrage nach Online-Diensten eine grössere Angriffsfläche auf die Banken bietet. Die Coronakrise habe diese Entwicklung weiter verschärft.

Eine Lösung im Kampf gegen Cyberkriminalität wäre laut SIX eine globale Infrastruktur für den Informationsaustausch unter den Finanzinstituten. Da die meisten Banken Ziele ähnlicher Angriffsmethoden seien, könnten sie von einem Zugang zu Echtzeitinformationen über Kampagnen profitieren, die auf andere Finanzinstitute abzielen. «Dies würde ihnen die Möglichkeit geben, spezifische Abwehrmassnahmen zu ergreifen», schreibt SIX weiter.

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