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Runder Tisch: Gewerkschaft verlangt besseren Schutz für Tieflohnverdiener

Bei der Entschädigung der Kurzarbeit und der Bezugsdauer der Arbeitslosentaggelder muss der Bundesrat nachbessern. Das hat Travail.Suisse am Montag an einem Runden Tisch der Sozialpartner mit Bundespräsident Guy Parmelin gefordert.

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Wirtschaftsminister Guy Parmelin trifft die Sozialpartner regelmässig zum Austausch. (Symbolbild)

Wirtschaftsminister Guy Parmelin trifft die Sozialpartner regelmässig zum Austausch. (Symbolbild)

Keystone

(rwa) Das Instrument der Kurzarbeit sei wertvoll zur Verhinderung von Entlassungen. Ein sprunghafter Anstieg der Arbeitslosigkeit während der Coronakrise habe so verhindert werden können, betont Travail.Suisse in einer Mitteilung. Allerdings seien in der Kurzarbeit nur 80 Prozent des bisherigen Lohnes abgesichert. Gerade für Menschen mit tiefen Einkommen stelle der Wegfall der 20 Prozent an Lohn eine «existenzielle Bedrohung» dar.

Als Reaktion hat das Parlament in der Wintersession beschlossen, die Kurzarbeitsentschädigung für tiefe Einkommen bis 4340 Franken zu erhöhen und die Einkommen bis 3470 Franken zu 100 Prozent zu garantieren. Für Travail.Suisse sind diese Schwellen aber deutlich zu tief, um die Existenzsorgen der Arbeitnehmenden zu bekämpfen. Die Einkommen seien bis mindestens 4000 Franken zu garantieren und die Kurzarbeitsentschädigung bis mindesten 5000 Franken zu erhöhen, fordert der Dachverband.

Aus Sicht von Travail.Suisse droht der erneute Lockdown zudem eine Aussteuerungswelle auszulösen. Zahlreiche Arbeitslose würden das Ende der Zahlungen aus der Arbeitslosenversicherung (ALV) erreichen, ohne eine reale Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Die Bezugsdauer für ALV-Taggelder müsse wie letzten Frühling verlängert werden.