Pandemie
Café Crème könnte bis zu 10 Prozent teurer werden

Weitere Umsatzrückgänge seien für viele Betriebe nicht mehr tragbar, warnt der Branchenverband Cafetier Suisse. Er kündigt Preisaufschläge an und fordert die Wiedereinführung

Peter Walthard
Drucken
Nach der grossen Wiedereröffnung der Innenräume im Mai droht den Schweizer Cafés diesen Winter neues Ungemach.

Nach der grossen Wiedereröffnung der Innenräume im Mai droht den Schweizer Cafés diesen Winter neues Ungemach.

Keystone

Die vergangenen zwei Jahre seien für die Branche eine «unvorstellbare Herausforderung» gewesen, sagte der Präsident von Cafetier Suisse, Hans-Peter Oettli, am Montag an der Medienkonferenz des Branchenverbandes, in dem die Schweizer Cafés organisiert sind. Mit den neu geltenden Massnahmen werde auch dieser Winter für viele Betriebe zur «existenziellen Belastungsprobe», so Oettli. Es dürfe deshalb keine weiteren Massnahmen geben, die die Kapazität der Cafés einschränken.

Dazu zählt der Verband unter anderem verschärfte Zertifikatsregeln, frühe Sperrstunden oder Mindestabstände. Vielmehr sollen Tests für Sicherheit sorgen: Die Kapazitäten dafür müssten erhöht werden. Auch sollen Coronatests wieder für alle gratis sein, so die Forderung der Cafetiers. Sie stellen sich damit hinter eine Forderung des Nationalrats.

Branche fordern Hilfsgelder

Um für die Massnahmen entschädigt zu werden, will die Branche rasche Hilfe. Zusammen mit dem Gastgewerbeverband Gastrosuisse fordern die Cafetiers eine neue Härtefallregelung, eine Verlängerung der erleichterten Regeln für Kurzarbeit und Erwerbsersatz und einen Stopp der Rückzahlforderungen für bereits gewährte Covid-Kredite und Härtefallgelder.

Aufgrund der angespannten finanziellen Situation könnten sich im kommenden Jahr viele Betriebe zu Preiserhöhungen gezwungen sehen, sagte Oettli weiter. Es sei mit Aufschlägen von fünf bis zehn Prozent pro Tasse Kaffee zu rechnen. 2021 waren die Preise nur leicht angestiegen, wobei sie in Städten höher liegen als auf dem Land. Eine Tasse Kaffee Crème kostet laut einer Umfrage des Branchenverbands zwischen durchschnittlich 4,14 Franken im Baselbiet und 4,58 Franken in der Stadt Zürich. (wap)

Aktuelle Nachrichten