3G-Regel
Über die Hälfte der Gastrobetriebe ist gegen die Zertifikatspflicht

Eine Umfrage unter Schweizer KMU zeigt, dass die Zertifikatspflicht breit akzeptiert ist. Nicht so jedoch in der Gastronomie. 58 Prozent der Hotels und Restaurants sind gegen die 3G-Regel.

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Wer drinnen etwas essen oder trinken will, muss zuerst das Handy zücken – zum Unmut der Mehrheit der Wirtinnen und Wirte.

Wer drinnen etwas essen oder trinken will, muss zuerst das Handy zücken – zum Unmut der Mehrheit der Wirtinnen und Wirte.

Keystone

Seit einem Monat muss in der Schweiz ein Covid-Zertifikat vorzeigen, wer auswärts etwas essen oder trinken will. Bei Gastronominnen und Gastronomen stösst diese Regel mehrheitlich auf Kritik, wie ein Umfrage der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigt. 58 Prozent der befragten Gastro-Unternehmen bewerten die Massnahme als negativ oder sehr negativ.

Über alle Branchen hinweg betrachtet, zeigt sich ein etwas anderes Bild. Rund 36 Prozent der befragten 200 KMU stehen der Zertifikatspflicht neutral gegenüber, weitere 38 Prozent beurteilen sie als positiv oder sehr positiv. Insgesamt stellt das Zertifikat damit für drei von vier Betrieben kein Problem dar. Die Zustimmungswerte variieren jedoch stark von Branche zu Branche.

Dass die Gastrobetriebe sich mit dem Zertifikat schwer tun, ist wenig überraschend. Der Branchenverband Gastrosuisse hatte sich zuvor vehement gegen eine Zertifikatspflicht gewehrt. Allerdings sind die Umfragedaten mit Vorsicht zu geniessen. Die Befragung der Betriebe fand von Mitte September bis Ende September statt – also zu einem Zeitpunkt, als sich viele Betriebe erst auf die neue Regel einstellen mussten.

KMU blicken optimistisch in die Zukunft

Abgesehen vom Covid-Zertifikat zeigt sich in vielen Branchen eine Entspannung, was die Coronapandemie anbelangt. Gemäss der ZHAW-Studie erwarten nur noch vier von zehn KMU, dass die Pandemie ihre Geschäftstätigkeiten in den kommenden 12 Monaten negativ beeinflussen wird. Zwei Drittel schätzen die Nachfrage als gut bis sehr gut ein.

Schwierigkeiten bereiten jedoch weiterhin die Lieferketten, etwa mit Hinblick auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Halbfabrikaten, wie die ZHAW schreibt. 51 Prozent der KMU fühlen sich dadurch negativ bis sehr betroffen. (gb)

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