Winter 2020/21
Unten mehr Schnee als üblich, oben so viele Lawinenopfer wie lange nicht mehr

Der letzte Winter war vorab unterhalb von 2000 Metern schneereicher als im langjährigen Mittel. Dennoch wurden in den Bergen so viele Personen von Lawinen erfasst wie seit 20 Jahren nicht mehr.

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Zum Beispiel zwischen Seedorf und Bauen verschüttete Anfang Jahr eine Lawine auch in tiefen Lagen eine Kantonsstrasse.

Zum Beispiel zwischen Seedorf und Bauen verschüttete Anfang Jahr eine Lawine auch in tiefen Lagen eine Kantonsstrasse.

Keystone

(sat/dpa) In der Schweiz sind im vergangenen Winter mehr Menschen von Lawinen erfasst worden als im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre. Konkret gab es doppelt so viele Lawinen mit Personenbeteiligung, wie das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos am Mittwoch mitteilte. Konkret waren im Winter 2020/21 215 Personen von einer Lawine erfasst worden.

Laut SLF lagen im vergangenen Winter auch die Neuschneemengen und Schneehöhen über dem Durchschnitt. Dabei sei der Winter vor allem unterhalb von 2000 Metern über Meer schneereicher als im langjährigen Mittel ausgefallen. «Am aussergewöhnlichsten waren die Schneemengen für die tiefen Lagen des Puschlavs und des Bündner Rheintals», schreibt das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in seiner Winterbilanz auf seiner Internetseite.

Lawinen fordern 27 Todesopfer

Vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. März 2021 wurden in der Schweiz 318 Lawinen mit Personen- oder Sachschäden registriert. 296 Personen wurden dabei erfasst, verglichen mit 177 im langjährigen Durchschnitt. 27 Menschen kamen ums Leben, während es im Durchschnitt 18 Menschen pro Jahr sind. Es handelte sich nach Angaben des Instituts ausnahmslos um Wintersportlerinnen und -sportler, die im ungesicherten Gelände unterwegs waren.

Als Grund für die höhere Zahl von Lawinenopfern nennt das Institut unter anderem schwache Altschneeschichten, mehrmalige grosse Neuschneemengen und zum Teil sehr grosse Lawinen.

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