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Wegen Schneeschmelze und Regen: Gefahr von Hochwassern und Lawinen

Starke Regenfälle und die Schneeschmelze haben zahlreiche Flusspegel ansteigen lassen. Derweil ist in den Bergen die Lawinengefahr weiterhin gross.

Reto Wattenhofer, Dario Pollice
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Die Thur führt derzeit wieder viel Wasser. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Überschwemmungen. (Archivbild)

Die Thur führt derzeit wieder viel Wasser. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Überschwemmungen. (Archivbild)

Keystone

Am Freitag zogen verbreitet kräftige Schauer über die Schweiz, begleitet von einem stürmischen Südwestwind. Betroffen war insbesondere die Thurregion im Kanton Thurgau. Gemäss der nationalen Alarm-App Alertswiss führte die Thur Hochwasser, weshalb auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz vor Überschwemmungen warnte.

Der Regen hielt dementsprechend die Einsatzkräfte auf Trab. Bis Freitagnachmittag Nachmittag gingen bei der Kantonalen Notrufzentrale der Kantonspolizei Thurgau rund 40 Schadensmeldungen ein. In den meisten Fällen mussten die Feuerwehren wegen überfluteter Keller ausrücken, wie die Kantonspolizei am Freitag schreibt.

Im Kanton Bern gingen seit Donnerstag über 100 Meldungen ein, wie die Kantonspolizei auf Twitter mitteilte. Auch hier sind die Einsatzkräfte mehrheitlich wegen Wassereinbrüchen ausgerückt, aber auch wegen umgestürzten Bäumen und Lawinenniedergängen. Im Berner Oberland wurden diverse Strassen vorsorglich gesperrt.

Auch im Kanton Aargau galt wegen der anhaltenden Niederschläge und der Schneeschmelze Überschwemmungsgefahr. Vor allem der Rhein und die Aare wiesen hohe Pegelstände auf. Der Kantonale Führungsstab hat daher am Freitagnachmittag in den gefährdeten Rhein-Uferzonen bei Wallbach mobile Hochwassersperren eingebaut, wie der Kanton Aargau auf Twitter mitteilte.

Lawinengefahr und unterbrochene Bahnstrecken

Während der Schnee im Flachland längst geschmolzen ist, stellt er die Berggebiete weiterhin vor Herausforderungen. Von Mittwoch- bis Freitagmorgen sind laut Meteoschweiz im nördlichen Wallis, in Goms, in den unteren Vispertälern und in der Region Zermatt sowie vom östlichen Berner Oberland bis in die Glarner Alpen und im Gotthardgebiet 80 bis 110 Zentimeter Neuschnee gefallen.

Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) stuft derweil die Lawinengefahr als gross ein. Es seien weiterhin spontane Lawinen zu erwarten, heisst es im Bulletin von Freitagabend. Die Verhältnisse für Schneesport abseits gesicherter Pisten sind sehr gefährlich. Die Walliser Kantonspolizei mahnt in einer Mitteilung ebenfalls zur Vorsicht auf dem ganzen Kantonsgebiet.

Die Schneesituation beeinträchtigt auch den Bahnverkehr in den Bergen. Weiterhin unterbrochen ist etwa die Strecke Strecke Täsch und Zermatt im Kanton Wallis, nachdem am Donnerstag eine Lawine Teile der Gleise verschüttet hatte. Die Räumungsarbeiten würden voraussichtlich bis Samstagmittag andauern, wie Matterhorn Gotthard Bahnen am Freitag mitteilten.

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