Natur
Nach Rekordjahr beginnt die Zeckensaison verhalten

Nach dem Rekordjahr 2020 meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen verhaltenen Start in die aktuelle Zeckensaison. Dennoch mahnt das BAG die Bevölkerung zur Vorsicht.

Samuel Thomi
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Zecken können Träger verschiedener Viren sein. Das BAG ruft die Bevölkerung deshalb zur Prävention auf.

Zecken können Träger verschiedener Viren sein. Das BAG ruft die Bevölkerung deshalb zur Prävention auf.

Keystone

Je nach Wetter beginnt die Zeckensaison bereits im März und dauert bis im November. Laut dem Lagebericht des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) liegt die Zahl der via die Zecken-App gemeldeten Stiche aktuell etwa bei der Hälfte des Rekordwertes vom Vorjahr. Dies dürfte nicht zuletzt mit dem kühlen Wetter respektive damit zusammen hängen, dass sich derzeit weniger Leute im Freien aufhalten. Nachdem im März bereits fünf erste Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) registriert worden sind, meldet das BAG am Montag elf weitere FSME-Fälle. In den Schweizer Risikogebieten – zu denen alle Kantone ausser Genf und Tessin zählen – sind 0,5 Prozent aller Zecken Träger des FSME-Virus. Das BAG publiziert in der Zeckensaison jeweils monatlich Zahlen zu Stichen und Ansteckungen.

Zecken können auch andere Krankheiten wie Borreliose oder Tularämie auslösen. Bei letzterer meldet das BAG am Montag einen ersten Fall im aktuellen Jahr. Nach der tendenziellen Zunahme liegt die Zahl der Tularämie-Fälle damit derzeit unter jenen der Vorjahre. Borreliose-Fälle dagegen sind nicht meldepflichtig. Entsprechend stützt sich das BAG zur Einschätzung der diesbezüglichen epidemiologischen Lage jeweils auf Hochrechnungen ab.

Borreliose-Fälle auf Niveau der Vorjahre

Laut diesen Berechnungen ist noch immer kein früher Anstieg der Borreliose-Fälle zu verzeichnen. Bis Ende April rechnete das BAG demnach mit 900 Fällen in der ganzen Schweiz basierend auf zwölf effektiv von Ärzten gemeldeten Fällen. Die Hochrechnungen der vergangenen fünf Jahre liegen für diesen Zeitraum zwischen 400 und 2500 Arztbesuchen wegen Borreliose.

Dennoch wiederholt das BAG seine Warnung vom April, dass die Zahl der Zeckenstiche in den letzten Jahren stets steigend war und es 2020 gar einen Rekord mit 439 FSME-Fällen gab. Das Bundesamt für Gesundheit ruft deshalb zur Prävention auf. Personen, die sch in der Natur aufhalten, sollen sich der Gefahr von Zeckenstichen bewusst sein. Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren empfiehlt das BAG zudem die Impfung gegen FSME.

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