Intensivmediziner rät zu Vorsicht bei der Reduktion von Zusatzkapazitäten

Die Kapazitäten der Intensivmedizin waren bisher ausreichend, sagt die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI). Aufgrund des schwer abzuschätzenden Verlaufs der Coronapandemie rät sie aber zur Vorsicht bei der Reduktion von Zusatzkapazitäten.

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Intensivstation im Spital Herisau, dem Corona-Zentrum im Appenzellerland.

Intensivstation im Spital Herisau, dem Corona-Zentrum im Appenzellerland.

Urs Bucher

(dpo) Gross war die Angst, dass die Intensivstationen der Schweiz unter der Last der Coronapandemie einbrechen würden. Doch glücklicherweise haben sich die Befürchtungen dank den einschneidenden Massnahmen nicht bewahrheitet. Am Freitag schreibt die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI), dass die gesamtschweizerischen Kapazitäten der Intensivmedizin zu jedem Zeitpunkt ausreichend waren.

Der künftige Bedarf an intensivmedizinischen Ressourcen hänge vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab und lasse sich nur sehr schwer abschätzen. Zwar unterstützt die SGI die vom Bundesrat beschlossene Lockerung der Massnahmen, rät aber zur Vorsicht bei der Reduktion von intensivmedizinischen Zusatzkapazitäten während der nächsten zwei Wochen.

Weiter schreibt die SGI, dass die Wiederaufnahme des gewohnten Spitalalltags in Kombination mit einer erneuten Zunahme an Coronainfektionen zu einer Überlastung von Intensivstationen führen könnte. Die Intensivmediziner empfehlen den Spitälern und Behörden deshalb eine schrittweise Rückkehr zur ursprünglichen Kapazität, um so bei Bedarf eine rasche Reaktivierung der zusätzlichen Ressourcen vorzunehmen.