Betrug
Falsche Polizistin muss sich vor Gericht verantworten

Falsche Polizisten rufen bei älteren Menschen an und gaukeln ihnen vor, dass ihr Geld nicht mehr sicher sei. Eine solche mutmassliche Betrügerin muss sich nun vor Gericht verantworten.

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Die Täter versuchen als falsche Polizisten bei ihren Opfern Geld zu erbeuten. (Symbolbild)

Die Täter versuchen als falsche Polizisten bei ihren Opfern Geld zu erbeuten. (Symbolbild)

Raphael Rohner

(mg) In unschöner Regelmässigkeit muss die Polizei vor falschen Berufskollegen warnen. Diese «falschen Polizisten» haben nicht das Recht und Ordnung, sondern das Vermögen von älteren Menschen im Auge. Eine solche falsche Polizistin muss sich im Februar nun vor dem Berner Wirtschaftsgericht verantworten, wie die Berner Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte am Dienstag mitteilt.

Der Frau wird vorgeworfen, dass sie die Rolle der Abholerin bei den Betrugsdelikten hatte. In 17 Fällen in den Kantonen Bern, Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, St. Gallen und Zürich habe die Frau insgesamt über 225'000 Franken Beute abgeholt und einen Teil an ihre Mittäter übergeben.

Diese hatten sich zuvor an die Opfer gewandt und sie dazu gebracht, Geld und Wertsachen an einem bestimmten Ort zu hinterlegen. Dabei riefen die Täter mutmasslich von Callcentern in der Türkei aus an und sprachen Schweizerdeutsch. Die Staatsanwaltschaft spricht von «raffiniert aufeinander abgestimmten Lügengeschichten» mit denen massiver psychischer und zeitlicher Druck aufgebaut werde. Die mutmassliche Abholerin, eine 39-jährige Frau, wurde im März verhaftet und befindet sich seither in Haft.