Auswilderungsprojekt
Der Waldrapp war ausgerottet – Nun brütet er wieder in Europa

Der Waldrapp ist seit dem 17. Jahrhundert aus Europa verschwunden. Dank Auswilderungsprojekten des Zoo Zürich brütet der Vogel wieder in Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets.

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Der Waldrapp war einst ausgerottet und ist nun wieder in freier Wildbahn auch in Europa zu sehen.

Der Waldrapp war einst ausgerottet und ist nun wieder in freier Wildbahn auch in Europa zu sehen.

Keystone

Einst weit verbreitet im Nahen Osten, in Nordafrika und Zentraleuropa, wurde der Waldrapp durch Menschen vor etwa 400 Jahren ausgerottet. Nur noch wenige Restpopulationen in Nordafrika und im Nahen Osten überlebten. Seit einiger Zeit brütet der eigentümlich aussehende Vogel aber wieder in Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets. Auch in der Schweiz seien dank Auswilderungsprojekten wieder häufiger Waldrappen gesichtet worden.

Der Wildrappe wurde in Zentraleuropa vor 400 Jahren aufgrund von seiner Bekanntheit als Delikatesse und Beliebtheit bei Trophäenjägern ausgerottet.
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Seit den 1930-er Jahren halten europäische Zoos Waldrappe und versuchen deren Bestand wieder zum zunehmen zu bringen. Mit zunehmendem Wissen über die Tiere ist der Bestand in europäischen Zoos inzwischen auf über 1700 Tiere angewachsen.
Auch der Zoo Zürich leistet seinen Beitrag zur Wiederansiedlung des ikonischen Vogels. Dreizehn Vögel hat er bisher bereits zum Auswildern zur Verfügung gestellt.
Im Juli folgen nun drei weitere Jungvögel. Sie werden in Spanien ausgewildert.

Der Wildrappe wurde in Zentraleuropa vor 400 Jahren aufgrund von seiner Bekanntheit als Delikatesse und Beliebtheit bei Trophäenjägern ausgerottet.

Enzo Franchini/Zoo Zürich

An zwei solcher Projekte beteiligt sich auch der Zoo Zürich, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Eines davon hat zum Ziel, eine neue Waldrappen-Population in Zentraleuropa aufzubauen. Von 2004 bis 2018 konnten laut Mitteilung 289 Jungvögel aus verschiedenen Zoos ausgewildert werden. Allerdings sei die Sterblichkeitsrate der Jungvögel hoch.

13 Vögel aus dem Zoo Zürich ausgewildert

Das zweite Wiederansiedlungsprojekt ist hingegen in Andalusien angesiedelt. Dort versuchen die Beteiligten, eine nicht-ziehende Population zu etablieren, da die Verhältnisse in Südspanien ein ganzjähriges Verbleiben der Vögel zulassen würden.

Waldrappen mit Küken im Zoo Zürich.

Zoo Zürich/YouTube

Der Zoo Zürich hat gemäss eigenen Angaben bisher 13 Vögel zum Auswildern zur Verfügung gestellt. Im Juli folgen nun drei weitere Jungvögel, die in Spanien ausgewildert werden.

Waldrappen ernähren sich laut Mitteilung bevorzugt von Insekten, sind aber auch kleineren Wirbeltieren wie Echsen nicht abgeneigt. Der Vogel brütet in Kolonien und wird im Durchschnitt etwa 20–25 Jahre alt. (dpo)