Am Sonntag demonstrieren auch in Lausanne Hunderte gegen Rassismus

Nach mehreren Demonstrationen am Samstag in verschiedenen Schweizer Städten sind am Sonntag auch in Lausanne Hunderte gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt auf die Strasse gegangen.

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Hunderte demonstrierten am Sonntag auch in Lausanne gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt.

Hunderte demonstrierten am Sonntag auch in Lausanne gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt.

Laurent Gillieron / Keystone

(sat) Ausgelöst durch den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA vor bald zwei Wochen haben am Wochenende auch in der Schweiz Hunderte gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt demonstriert. Am Samstag fanden beispielsweise in Basel, Bern, Neuenburg oder Zürich Umzüge statt. Am Rheinknie fand dabei mit geschätzten 5000 Demonstrierenden der grösste Umzug statt.

Wie das Westschweizer Radio RTS am Sonntag in den Nachrichten meldet, haben sich in Lausanne Hunderte Menschen den Forderungen der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter angeschlossen. Das Onlineportal der Westschweizer Tageszeitung «24Heures» schreibt mit Verweis auf Polizeiangaben von mehr als 2000 Personen. Dies trotz derzeit gültigem Verbot von Grossveranstaltungen und der Beschränkung auf Gruppen von maximal 300 Personen.

Die Organisatoren hätten jedoch Flugblätter mit Verhaltenshinweisen aufgrund der Coronakrise verteilt. Symbolisch gingen die Demonstrierenden – wie auch bereits in anderen Städten – auf die Knie um George Floyd zu gedenken. Wie RTS auf seiner Homepage berichtet, verlief die unbewilligte Kundgebung vor dem Regionalgericht friedlich. Die Lausanner Polizei sei zwar präsent gewesen, habe aber nicht eingegriffen. Gleichzeitig fanden überall in der Stadt mehrere Sit-ins statt.

Die Demonstration in Lausanne steht dabei unter besonderen Vorzeichen, weil 2018 bei einer Polizeikontrolle beim Bahnhof ein Nigerianer starb. Dabei hatten sich sechs Polizisten während der brutalen Verhaftung auf den 130 Kilogramm schweren Mann gestürzt. Sie werden sich wegen der fatalen Folgen der ausgearteten Verhaftung bald vor Gericht verantworten müssen.

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