Aids-Hilfe Schweiz klagt über Diskriminierung von HIV-Positiven

Die Schweiz sei in der HIV-Bekämpfung führend, die Diskriminierung der Betroffenen halte jedoch an, warnt die Aids-Hilfe Schweiz. Sie lanciert deshalb eine Kampagne.

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Wichtige Tests: Je weniger Vorurteile gegenüber HIV-Positiven es gibt, desto eher lassen sich Risikopersonen testen. (Symbolbild)

Wichtige Tests: Je weniger Vorurteile gegenüber HIV-Positiven es gibt, desto eher lassen sich Risikopersonen testen. (Symbolbild)

Keystone

(wap) Ab dem ersten Dezember will die Aids-Hilfe Schweiz mit der Kampagne «Stopp Diskriminierung!» die Bevölkerung auf Vorurteile gegenüber HIV-Infizierten sensibilisieren. Dies teilte die Organisation am Mittwoch mit. Sie will damit einen Beitrag zur besseren HIV-Bekämpfung leisten. Denn je weniger HIV-Positive mit Vorurteilen zu kämpfen hätten, desto grösser sei die Bereitschaft, sich testen zu lassen und eine Therapie zu machen. Dies sei deshalb wichtig, weil eine konsequent durchgeführte Therapie weitere Ansteckungen verhindere.

«Man kann es nicht oft genug sagen: HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie stecken niemanden an – weder im Alltag noch beim Sex», wird der Geschäftsleiter der Aids-Hilfe Schweiz, Andreas Lehner, in der Mitteilung zitiert. Gemeldet würden vor allem Fälle von institutioneller Diskriminierung, etwa im Gesundheitswesen, bei Privatversicherungen oder durch Datenschutzverletzungen. Im Jahr 2020 wurden der Aids-Hilfe Schweiz nach eigenen Angaben knapp hundert solcher Vorfälle gemeldet.