Swiss Ice Hockey cup
Die ZSC Lions bezwingen Fribourg-Gottéron und stehen im Cupfinal

Der Leader der National League setzt sich in einem intensiven Halbfinal mit 4:1 durch und bewahrt sich die Chance auf seinen zweiten Cuptitel. Für Fribourg-Gottéron platzt ein Traum.

Frederic Härri
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Zürichs Youngster Justin Sigrist traf zum zwischenzeitlichen 1:1. Es war der Knotenlöser für sein Team.

Zürichs Youngster Justin Sigrist traf zum zwischenzeitlichen 1:1. Es war der Knotenlöser für sein Team.

Bild: Keystone

Es war das Duell des derzeitigen Tabellendritten gegen den Leader der National League in diesem ersten Halbfinal des Swiss Ice Hockey Cups. Fribourg-Gottéron empfing im ersten Halbfinal die ZSC Lions in der heimischen BCF Arena. Am Ende waren es die Zürcher, die sich mit ihrem zehnten Pflichtspielerfolg en suite das Finalticket sicherten.

Doch von vorn in dieser Partie, in welcher die Zürcher einen Blitzstart hinlegten. Nach 37 Sekunden wurde ZSC-Stürmer Andrighetto angespielt, der dribbelte von hinten ums Tor und brauchte vor Berra nur noch einzuschieben. Die vermeintliche Führung hatte aber nicht lange Bestand. Gottéron-Trainer Christian Dubé, der seinen Vertrag vor zwei Tagen bis 2023 verlängert hat, nahm die Challenge, um ein mögliches Offside zu überprüfen. Und Dubés Verdacht war berechtigt: Das Tor wurde aberkannt. So blieb es beim 0:0 im ersten Drittel, in dem der ZSC physischer und aggressiver auftrat. Die Gäste hatten die besseren Möglichkeiten, doch weder Krüger noch Baltisberger wussten ihre Chancen zu nutzen. ZSC-Coach Rikard Grönborg konnte also nur bedingt zufrieden sein.

Und Grönborgs Sorgenfalten wurden tiefer zu Beginn des zweiten Drittels. Einen Blitzstart gab es auch jetzt, dieses Mal zeichneten aber die Westschweizer dafür verantwortlich: Gunderson zog von der blauen Linie ab, Stalberg lenkte den Puck unhaltbar für ZSC-Goalie Waeber ins Tor. 1:0. Bei diesem Spielstand blieb es vorerst, weil ein Freiburger Schuss nur die Torumrandung traf. Glück für den ZSC.

Im zweiten Drittel drehten die Gäste das Spiel – Gottéron versuchte alles

Doch die selbstbewussten Zürcher liessen sich von den Widrigkeiten nicht beeindrucken. Acht Minuten nach dem Freiburger Führungstreffer stand Justin Siegrist nach herrlichem Zusammenspiel plötzlich frei vor Berra. Der Youngster liess sich nicht zweimal bitten und schweisste den Puck in die rechte obere Ecke. Der Ausgleich - 1:1. Grönborg nahm den Ausgleich seiner Schützlinge mit stoischer Miene zur Kenntnis. Danach drückte der ZSC weiter. Nur fünf Minuten später drehte Krüger frei vor Berra seinen Stock im passenden Moment auf die richtige Seite. Der Puck zischte am Gottéron-Goalie vorbei ins Netz. 2:1 aus ZSC-Sicht. Das Spiel war gedreht.

Im letzten Drittel forcierten die Freiburger noch einmal das Tempo, im Versuch, den Ausgleich zu erzwingen. Man konnte dem Team von Christian Dubé keinen grossen Vorwurf machen. Zürich aber verteidigte leidenschaftlich und war im Endeffekt schlichtweg zu clever. 66 Sekunden vor Schluss eroberten die Zürcher den Puck, Baltisberger traf ins leere Gottéron-Tor. Wenig später legte Baltisberger mit seinem zweiten Treffer nach. 4:1 – das Spiel war entschieden. Gewiss, das Resultat fiel angesichts des Spielverlaufs ein bis zwei Tore zu deutlich aus.

Liga-Topskorer Denis Hollenstein, der diesmal ohne eigenen Torerfolg blieb, sagte nach dem Finaleinzug zu «blue»: «Gottéron wollte den Sieg heute auch unbedingt. Am Schluss waren wir ein Spürchen besser.»

Im Final wartet Bern oder Servette

Die ZSC Lions haben am 7. Februar 2021 die Chance, sich den zweiten Cupsieg nach 2016 zu sichern. Für Fribourg-Gottéron platzte der Traum vom ersten Vereinstitel vorzeitig. Den Gegner der Lions machen der SC Bern und Genf Servette im zweiten Cup-Halbfinal untereinander aus. Dieses hätte am kommenden Dienstag stattfinden sollen. Da sich die Mannschaft der Berner aber in Quarantäne befindet, muss das Spiel verschoben werden.

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