Ski Alpin
Mit Startnummer 41 zum Sieg – Cater stösst Kryenbühl fast vom Podest

Val d'Isère ist bekannt für grosse Überraschungen. Und so gelang dem Slowenen Martin Cater (27) der grosse Sensations-Sieg! Der Schweizer Urs Kryenbühl (26) klassiert sich auf Rang drei. Viel Pech für Caviezel, er bricht sich den Zeigefinger.

Gina Kern
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Muss das ausgelassene Jubeln im Zielraum noch lernen: Urs Kryenbühl.

Muss das ausgelassene Jubeln im Zielraum noch lernen: Urs Kryenbühl.

Bild: AP

Der Innerschweizer Urs Kryenbühl musste zittern bis zum Schluss. Erst kam der Österreicher Otmar Striedinger mit Startnummer 26 ins Rennen und rockte die ‹Piste Oreiller-Killy› haarscharfe fünf Hundertstel schneller als Urs Kryenbühl, der bis dahin in Führung lag. Schade! Nach dem Sieg von Mauro Caviezel im Super-G wäre ein Abfahrtssieg auf der gleichen Piste ein schöner Triumph gewesen.

Doch nach Striedinger kam es für Kryenbühl noch dicker! Mit Startnummer 41 zeigte der Slowene Martin Cater, dass das Rennen noch lange nicht zu Ende war. Ein Überraschungs-Sieg mit 22 Hundertstel Vorsprung! «Ich spürte, dass ich schnell war, aber erst der Blick auf die Anzeigetafel bestätige mir mein Gefühl», so Cater, der seinen Sieg gar nicht fassen konnte. Kryenbühl landete auf dem guten dritten Platz. Beat Feuz wird Sechster.

Der 26-jährige Urs Kryenbühl steht nun also zum zweiten Mal auf einem Abfahrtspodest. Nach der Fahrt sagte er: «Ich kann es kaum glauben. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung.» Sein erstes Podest erreichte er –mit einem zweiten Platz – vor einem Jahr in Bormio.

Caviezel mit Bruch am linken Zeigefinger

Der Bündner Mauro Caviezel (32) eröffnete das Rennen. Nach wenigen Fahrsekunden hängte er mit seiner linken Hand am Tor an und zog danach für kurze Zeit die Flagge inklusive Torstange über die Piste mit. Nach diesem Malheur, welches ihn viel Zeit kostete, kam er nicht über den 16. Rang hinaus. Die schmerzende Hand liess Caviezel nach dem Rennen untersuchen. Dabei ergab sich ein Bruch am linken Zeigefinger. Caviezel will nach eigenen Angaben alles daransetzen, in Gröden wieder an den Start zu gehen.

Feuz zufrieden

Beat Feuz hatte grosse Ambitionen für diese erste Abfahrt des Winters. Mit Rang sechs fuhr er aber klar am Post vorbei. Feuz verlor vor allem im Mittelteil Zeit, dennoch zeigte er sich nicht unzufrieden mit seiner Leistung: «Im Training war ich noch weit weg, heute hatte ich ein gutes Gefühl, ich werde diese Saison gut mitfahren können.»

Niels Hintermann mit Schrecksekunde

Eine kurze Schrecksekunde hatte Niels Hintermann. Der 25-jährige Zürcher war mit einer halben Sekunde Vorsprung unterwegs, nahm volles Risiko, erwischt einen kleinen Schlag in der Kompression und flog in die Sicherheitsnetze. Schade! Zum Glück hat er sich nicht verletzt. Im Interview mit dem Schweizer Fernsehen ärgerte er sich: «Ich habe gespürt, dass ich sehr schnell unterwegs war. Ich war in einem richtigen Flow. Was genau passierte, muss ich analysieren. » Ebenfalls im Flow schien Carlo Janka, auch er hatte eine sehr gute Fahrt, nahm allerdings nach seinen Rückenproblemen nicht das allerletzte Risiko - Platz 18 für den Iceman. «Das Vertrauen fehlt noch in den gewissen Passagen, die Schmerzen habe ich gut im Griff», so Janka im Zielraum.

Mit Startnummer 34 holte sich der 27-jährige St. Galler Ralph Weber wertvolle Punkte. Er fuhr zeitgleich mit Mauro Caviezel auf Rang 16. Überschattet wurde das Rennen vom schweren Sturz des Kanadiers Cameron Alexander. Das Rennen musste längere Zeit unterbrochen werden.