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Internationale Presse: Freude in Italien, Jubel in Wales, Resignation in der Türkei

Von einem «Wunder» jubeln die Italiener, in Wales fieberte das Publikum dem Schlusspfiff entgegen und in der Türkei hat man Respekt vor dem Spiel gegen die Schweiz. Die Stimmung in der Gruppe A könnte unterschiedlicher nicht sein.

Michael Graber
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Das gefällt vor allem in Italien: Jubelnde Italiener nach dem Spiel gegen die Schweiz.

Das gefällt vor allem in Italien: Jubelnde Italiener nach dem Spiel gegen die Schweiz.

Keystone

Des einen Leid ist des anderen Freud. Während die Schweizer nach der Niederlage in Rom kräftig Wunden lecken, feiern die Italiener. Die «Gazzeta dello sport» jubelt «dieses Italien ist ein Wunder». Zwar hätten die Schweizer mutig begonnen, dieser Start habe aber gerade einmal 5 Minuten gedauert. Die Zeitung lobt dabei vor allem das Pressing der Italiener, welches sämtliche Schweizer Ambitionen rasch zerstörte.

Die Italiener hätten «Brillanz und Solidarität» bewiesen, schlussfolgert La Repubblica den Abend. Es sei der grosse Match von Doppeltorschütze Locatelli gewesen. Dagegen war es eine «dunkle Nacht» für die Schweiz. Die Italiener hätten gar im Abschluss gesündigt und so die Nati vor einer noch höheren Niederlage bewahrt.

Auch der Corriere della Sera lobt Locatelli, dem bei seinem 1 zu 0 ein «kleines Meisterwerk» gelungen sei. Die Zeitung sah ein «glänzendes Italien» und zahlreiche «Geistesblitze» der Azzurri. Sie glaubt dann auch, dass die druckvolle Spielweise der Italiener schuld an der schlechten Leistung der Schweizer sei. Italien habe sie zu Fehler gezwungen.

«Flop Schwiiz»

Härter ins Gericht mit der Schweizer Nati gehen deutsche Medien. Der «Spiegel» schreibt «Flop, Schwiiz?». «Der Schweizer Nati läuft die Zeit davon, denn noch immer spielt dasselbe Team zusammen, das in der Schweiz als goldene Generation gilt», so das Portal. Von einem «Gala-Auftritt» der Italiener weiss dagegen die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu berichten. «Zwar hielten die Eidgenossen in der Anfangsphase noch dagegen, doch offensiv hatte das Team von Trainer Vladimir Petkovic nichts zu bieten», resümiert die FAZ den Schweizer Auftritt.

Mehr mit dem eigenen Land beschäftigt sind die Zeitungen in Wales. Wales Online berichtet von «Sekunden, die sich wie Minuten» und von «Minuten, die sich wie Stunden» anfühlten. Gemeint waren die Sekunden (es sind tatsächlich ganz einfach Sekunden) bis zum «schönen Sound» des Schlusspfiffs. Die Mannschaft sei fast schon sicher in der nächsten Runde. Zu Italien gegen Schweiz findet sich auf der Seite nicht einmal ein Matchbericht.

Spannend ist der Blick in die Türkei. Dort kommentiert die «Hürriyet» das Spiel naturgemäss etwas anders als die Waliser. In der Sache urteilt ein Kommentator dann aber sehr hart: «Wir sind die schlechteste Mannschaft am Turnier bezüglich Organisation auf dem Platz.» Die Aufgabe gegen die Schweiz sei nun «sehr schwierig». Dass dies tatsächlich nach der Leistung gegen Italien noch irgendwo steht, kann die Schweiz fast ein bisschen zuversichtlich stimmen.

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