French Open
Reaktionen zu Roger Federers Abgang in Roland Garros: «Der Rückzug hat einen faden Beigeschmack. So nicht, Roger!»

Tennis-Superstar Roger Federer verzichtet am French Open in Paris auf den Achtelfinal. Dies wirft Fragen und Reaktionen auf.

Gina Kern
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Boris Becker zeigte Verständnis für die Federer-Absage. «Roger hat uns auf der Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass er nicht mehr weiterspielen kann. Das finde ich fair», sagt Becker. Und auf Twitter bestätigt er Federers Entscheid:

Die ehemaligen Spieler zeigen Verständnis und sehen es als Stärke, dass Federer auf seinen Körper hört. Mats Wilander, der die French Open dreimal gewann ( 1982, 1985 und 1988) wertet den Rückzug als positives Signal. «Federer hat mit Cilic einen grossartigen Spieler geschlagen und ein hartes Viersatzduell gegen Dominik Koepfer für sich entschieden. Federer hat also viele Big Points geholt, das ist eine perfekte Vorbereitung auf die Rasensaison.»

Ohne grosse Worte kommentierte der Veranstalter den Rückzug des Schweizers:

Die Titel von CHMedia finden Verständnis für Federers-Comeback-Plan: «Roger Federer wirft das Handtuch – sein Verzicht auf die Achtelfinals kostet ihn Sympathien, ist aber konsequent»

«Federer und seine unpopulären Entscheide» titelte der Blick. Und er sagt, warum das Paris-Forfait Gold wert sein könnte. Und die Titel der TX-Group schreiben: «Federer schuldet niemandem etwas.»

Das Online-Portal Nau.ch sieht es in einem Kommentar so: «Offenbar muss er sich selber überrascht haben, in der zweiten Woche noch mit von der Partie zu sein. Wenn nicht, wusste er, dass es bis dahin kein Spaziergang werden würde. Also hätte er die French Open von Beginn weg sein lassen müssen. Das hätte die Tenniswelt zwar enttäuscht. Es wäre aber eine Absage mit Stil gewesen. Der freiwillige Rückzug hat einen faden Beigeschmack. So nicht, Roger!»

Ebenfalls etwas härter ins Gericht mit Federer geht der ehemalige Spieler und Tennis-Kommentator Heinz Günthard. «Dass er es tut, ist das Eine, wie er es kommuniziert, ist schlecht. Er hat lange gespielt, war nach dem Match gegen Koepfler psychisch und physisch müde. Dann sagt man vielleicht Dinge, die viel auslösen. So wird es schwierig, die kleine Lawine die losgetreten wurde, wieder anzuhalten. Bei so vielen Pressekonferenzen kann es schon einmal passieren, dass man ein Wort verliert, dass man danach gerne wieder zurücknehmen würde.»

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