Orientierungslauf
Fünf Gründe warum die Schweiz so erfolgreich ist

Die OL-EM in Neuenburg über Auffahrt bescherte der Schweiz 6 Medaillen. Die Gründe für den Schweizer Erfolg sind vielfältig. Eine Auslegung von Daniel Bär, Co-Präsident des Aargauer OL-Verbandes.

Gina Kern
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Zum Beispiel Matthias Kyburz: Der Aargauer holte beim Knockout-Sprint an der EM in Neuenburg die Goldmedaille.

Zum Beispiel Matthias Kyburz: Der Aargauer holte beim Knockout-Sprint an der EM in Neuenburg die Goldmedaille.

Urs Lindt / Freshfocus

1. Nachwuchsförderung

«Orientierungslauf ist seit Jahren als Schweizer Sportart verankert. Simone Niggli-Luder löste 2003 bei der WM in Rapperswil-Jona mit vier Goldmedaillen einen regelrechten Boom aus», sagt Daniel Bär, Co-Präsident des Aargauer OL-Verbandes im Gespräch mit CH Media. «Dank dem sCOOL-Cup, dem OL-Schulprojekt, konnten viele Kinder und Jugendliche in den Schulen für den Sport begeistert werden. Die Nachwuchsförderung von der Basis zu den Regionalverbänden bis hin in die nationale Spitze verläuft sehr gut und erfolgreich.»

2. Kartentraining

«Das Kartentraining ist in den letzten Jahren vor allem auch im anspruchsvollen skandinavischen Gelände vermehrt gefördert worden. In Trainingslagern vor Ort wird das Gelände studiert und werden die Erfahrungen ausgetauscht. Der Läufer trainiert dabei sein fotografisches Gedächtnis, um das Gelände im Kopf mit der Karte in Einklang bringen zu können. Die Schweiz hat im alpinen Gebiet topografisch schwierige Gelände – da haben wir einen Vorteil für Trainingsmöglichkeiten.»

3. Mentale Stärke

«Die Schweizer verfügen über eine ausgezeichnete mentale Stärke. Man darf sich im OL-Sport nicht vom Gegner beirren lassen. Im mentalen Bereich wurde in den letzten Jahren viel gearbeitet. Auch nach einem schlechten Wettkampf gilt es wieder zu neuer mentaler Stärke zu finden. Dabei wurde auf diesem Gebiet viel mit Mentaltrainern gearbeitet.»

4. Die Medienwirksamkeit

«Der OL-Sport entwickelte sich in den letzten Jahren vermehrt auch in urbanen Gebieten und wurde dadurch medienwirksamer. Die Sprints wie zuletzt an der OL-EM in Neuenburg finden in den Städten oder in Parkanlagen statt. Das ist für den Zuschauer spektakulärer als im Wald. Der Läufer muss bei hohem Lauftempo sehr schnell Routenwahlentscheidungen treffen.»

5. Individualismus

«Orientierungslauf ist ein Individualisten-Sport. Man wird nicht reich davon. Aber es ist eine Leidenschaft, die diesen Sport so grossartig macht. Jeder Ort, jedes Gelände bietet eine neue Herausforderung. Laufen verbunden mit Kopfarbeit, das macht einfach unglaublich viel Spass und den OL so speziell.»