Curling
Schweizerinnen krönen Märchen-WM

Die Curlerinnen des CC Aarau gewinnen den zähen WM-Final gegen Russland mit 4:2. Die Goldmedaille ist nach dem formidablen Turnierverlauf verdient und folgerichtig.

Drucken
Teilen
Melanie Barbezat, Esther Neuenschwander, Silvana Tirinzoni und Alina Paetz (von links) präsentieren stolz die Gold-Medaillen.

Melanie Barbezat, Esther Neuenschwander, Silvana Tirinzoni und Alina Paetz (von links) präsentieren stolz die Gold-Medaillen.

Bild: Jeff Mcintosh / AP

(dur) Die Titelverteidigung ist geglückt! Mit einem 4:2-Sieg über Russland, das bei Anlässen aufgrund des Dopingskandals unter dem Namen RCF (Russian Curling Federation) firmiert, krönte sich die Schweizer Equipe des CC Aarau in Calgary (Kanada) zum «neuen alten» Champion. Die Schweiz holte den gesamthaft achten Weltmeistertitel in ihrer Frauen-Curling-Geschichte.

Schon 2019 hatte das Aarauer Team, aus Silvana Tirinzoni, Alina Pätz, Esther Neuenschwander und Melanie Barbezat bestehend, für die Schweiz triumphiert, damals hatte sich das Quartett im dänischen Silkeborg im Final gegen Schweden durchgesetzt. Die Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr, die im kanadischen Prince George hätte stattfinden sollen, war der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen.

Es zeichnete sich vom Start weg ein enges Finalduell ab. Im vierten End setzten sich die Schweizerinnen mit einem Zweierhaus erstmals etwas ab. Danach folgten drei Ends ohne Punkte. Im achten Abschnitt verkürzte Russland auf 2:3 – ein Ergebnis, das die Schweizerinnen taktisch verteidigten.

Melanie Barbezat, Esther Neuenschwander, Silvana Tirinzoni und Alina Paetz (von links) präsentieren stolz die Gold-Medaillen.

Melanie Barbezat, Esther Neuenschwander, Silvana Tirinzoni und Alina Paetz (von links) präsentieren stolz die Gold-Medaillen.

Bild: Jeff Mcintosh / AP

Bereits der Verlauf des Turniers, das wegen Corona unter besonderen Bedingungen stattfand, war einer schier märchenhaften Erfolgsgeschichte gleichgekommen. Die Athletinnen mussten sich vorab einer Quarantäne unterziehen und sich während dem Turnier dauerhaft in eine Art «Blase», bestehend aus Hotel, Taxi und Halle, aufhalten. Die Schweiz zeigte sich allen Extrembedingungen zum Trotz in bestechender Form, gewann 12 ihrer 13 Partien in der Round Robin und qualifizierte sich direkt für den Halbfinal. Dort schaltete die Mannschaft um Skip Silvana Tirinzoni das Team der USA aus.

«Besser geht es nicht», frohlockte Tirinzoni im TV-Interview auf Englisch. «Wir können es gar nicht abwarten, wieder nach Hause zu fahren.» Sie verwies auf die «fünf langen Wochen».

Volle Konzentration: Skip Silvana Tirinzoni dirigiert den Spielzug der Schweizer Curlerinnen.

Volle Konzentration: Skip Silvana Tirinzoni dirigiert den Spielzug der Schweizer Curlerinnen.

Keystone

Aktuelle Nachrichten