Copa Libertadores
Nur elf Spieler wegen Corona: River Plate trotzt allen Widrigkeiten

Der argentinische Rekordmeister lässt sich durch nichts aus der Bahn werfen: Obwohl wegen Corona weder Torhüter noch Ersatzspieler zur Verfügung stehen, fährt River Plate einen ebenso heroischen wie sportlich wichtigen Sieg ein.

Dan Urner
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Der Jubel bei River Plate kannte keine Grenzen: Mit elf Spielern und ohne nominellen Torhüter setzten sich die Argentinier in der Copa Libertadores durch.

Der Jubel bei River Plate kannte keine Grenzen: Mit elf Spielern und ohne nominellen Torhüter setzten sich die Argentinier in der Copa Libertadores durch.

Keystone

Trainer Marcelo Gallardo hat mit River Plate schon so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Unter seiner Ägide holte der argentinische Rekordmeister zweimal die Copa Libertadores, das südamerikanische Gegenstück zur Champions League, einmal die Copa Sudamericana sowie dreimal den kontinentalen Supercup. Und doch waren sich argentinische Medien sicher, dass es sich beim 2:1-Sieg im Copa-Libertadores-Gruppenspiel gegen Independiente Santa Fe (Kolumbien) um den bedeutendsten Erfolg seiner Trainerlaufbahn handelte.

Angeschlagener Mittelfeldspieler im Tor

Dies mag sonderbar anmuten, erscheint ein einfacher Sieg in einem Gruppenspiel doch nicht wirklich besonders. Doch auf den zweiten Blick offenbart sich die historische Dimension des Erfolgs: River Plate musste ohne einen einzigen Auswechselspieler auskommen. 20 Spieler fehlten aufgrund positiver Corona-Tests. Weil alle Torhüter ausfielen, fungierte mit Enzo Perez ein – mit einer Muskelverletzung angeschlagener – Mittelfeldspieler als Goalie. Er erledigte seinen ungewohnten Job bravourös und erhielt die Auszeichnung als «Man of the Match».

Zu erwähnen ist überdies, dass dem Sieg auch sportlich eine grosse Wichtigkeit innewohnt, sicherte sich das arg gebeutelte Team aus Buenos Aires doch die Tabellenführung in Gruppe D. Am kommenden Mittwoch genügt River Plate ein Remis gegen den brasilianischen Club Fluminense, um den Einzug in die K.o.-Runde zu finalisieren. Ein paar Optionen auf der Ersatzbank schaden dabei sicherlich nicht.

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