Homosexualität
Gleichgeschlechtliche Paare leiden im Stress unter ihrer Stigmatisierung

Homosexuelle Paare sind ständig mit der Stigmatisierung durch die Gesellschaft konfrontiert. Dadurch nehmen sie unter Stress die Unterstützung der Partnerin oder des Partners negativer wahr.

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Gleichgeschlechtliche Paare leiden unter ihrer Stigmatisierung – vor allem in Stresssituationen. (Symbolbild)

Gleichgeschlechtliche Paare leiden unter ihrer Stigmatisierung – vor allem in Stresssituationen. (Symbolbild)

Keystone

Wie heterosexuelle Paare bewältigen auch gleichgeschlechtliche Paare Stresssituationen leichter, wenn sie sich gegenseitig unterstützen und zuhören. Trotzdem gibt es einen Unterschied: Heterosexuelle Normen belasten homosexuelle Paare. Das kann dazu führen, dass sich die Betroffenen in Stresssituationen gegenüber ihren Partnern kritischer zeigen. Dies zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Universität Freiburg. Finanziert wurde sie vom Schweizerischen Nationalfonds.

Hintergrund ist das Bild, das Homosexuelle von ihrer sexuellen Identität haben. Dieses könne negativ gefärbt sein, weil sie aufgrund ihrer sexuellen Identität diskriminiert werden – ein Fall von einem verinnerlichten Heterosexismus. Dabei leiden homosexuelle Personen unter dem «Nichtentsprechen der heterosexuellen Norm». In der Studie wurde untersucht, wie das die gegenseitige Unterstützung von Paaren beeinflusst.

Fazit: Der verinnerlichte Heterosexismus wirke sich normalerweise nicht auf die Zufriedenheit in der Beziehung und die Wahrnehmung der gegenseitigen Unterstützung aus. Besteht allerdings beispielsweise am Arbeitsplatz oder wegen der Gesundheit eine Stresssituation, dann nehmen die stärker betroffenen Personen die Unterstützung durch ihren Partner oder ihre Partnerin negativer wahr, wie es weiter heisst.

Folgen der Stigmatisierung bewusst machen

«Stressreiche Situationen scheinen die verinnerlichte Stigmatisierung durch die sexuelle Identität zu aktivieren, was wiederum die Stressbewältigung des Paares erschweren kann», wird Studienautorin Nathalie Meuwly zitiert. «Im Moment wissen wir aber noch nicht, ob der Partner oder die Partnerin tatsächlich weniger Unterstützung bietet, oder ob die Unterstützung von der gestressten Person lediglich negativer wahrgenommen wird.»

Die Ergebnisse sollen nun mit einer grösseren Studiengruppe verifiziert werden. Und für die Forscherin ist klar: «Obwohl die Toleranz gegenüber Personen, die nicht der Norm entsprechen, zugenommen hat, sollten sich Psychologinnen und Psychologen sowie die Mehrheitsgesellschaft stärker bewusst werden, welche Folgen Stigmatisierung hat.» (abi)

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