Todesfall
«Tessiner Architektenschule» trauert um ihr Aushängeschild: Luigi Snozzi ist tot

Der bekannte Tessiner Architekt und Intellektuelle Luigi Snozzi ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Ein Freund der Familie bestätigt am Dienstag gegenüber CH Media den Todesfall.

Gerhard Lob aus Locarno
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Ist 88-jährig gestorben: Luigi Snozzi, berühmter Tessiner Architekt und Intellektuelle. Hier in einer Aufnahme von 1996.

Ist 88-jährig gestorben: Luigi Snozzi, berühmter Tessiner Architekt und Intellektuelle. Hier in einer Aufnahme von 1996.

Keystone

Luigi Snozzi war Teil der weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannten sogenannten «Tessiner Architektenschule». Zu dieser werden etwa auch Snozzis ebenso berühmte Kollegen Livio Vacchini und Aurelio Galfetti gezählt oder später Mario Botta und Ivano Gianola. 1985 erhielt Snozzi, der an der ETH Zürich studiert hatte, an der EPFL in Lausanne eine ordentliche Professur. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung 1997.

Vor zwei Jahren wurde Luigi Snozzi mit dem Meret-Oppenheim-Preis geehrt. «Mit der Verleihung des Prix Meret Oppenheim an Luigi Snozzi ehrt die Eidgenössische Kunstkommission einen Architekten, der sich gleichermassen als Erbauer, Professor und Bürger einsetzt», hiess es 2018 in der Laudatio. Tatsächlich war Snozzi nicht nur Architekt und Professor, sondern auch Stadtplaner. Sein Projekt für die Gemeinde Monte Carasso zieht bis heute Architekturinteressierte an. Snozzi wurde 1932 in Mendrisio geboren, lebte die meiste Zeit seines Lebens aber in Locarno.