Geburtstag
Kuno Lauener wird 60: Der stets etwas hadernde Rockstar der Schweiz

Seine Lieder sind längst Volkskulturgut: Kuno Lauener wird 60 Jahre alt. Kürzlich machte er publik, dass er an Multipler Sklerose erkrankt ist und die Zukunft von Züri West offen ist.

Michael Graber
Merken
Drucken
Teilen

Ohne Züri West wäre die Schweizer Musiklandschaft ziemlich sicher anders und ganz sicher ärmer. Kuno Lauener und seine Band haben grossartige Alben veröffentlicht (und auch ein paar schwächere), haben unvergessliche Hits geschrieben und verbinden die Generationen. Heute Mittwoch wird Kuno Lauener 60 Jahre alt. Er ist der stets etwas hadernde Rockstar der Schweiz. Keine Rampensau. Und doch an jedem seiner unzähligen Konzerte eine Wucht. Noch immer fliegen ihm reihenweise die Herzen zu.

Kuno Lauener wird am Mittwoch 60 Jahre alt.

Kuno Lauener wird am Mittwoch 60 Jahre alt.

Keystone

Unlängst hat der Berner Musiker seine Erkrankung an Multiple Sklerose öffentlich gemacht. «Eine Prognose ist schwierig. Es gibt moderate Verläufe, andere dagegen trifft es hart», sagte Lauener der «NZZ am Sonntag», «aber mir wei nid grüble...». Manchmal wolle das Bein nicht, was er wolle, manchmal vergesse er Sachen, manchmal habe er einen «sturmen Grind». Lauter Sachen, die einem die Feierlaune kräftig verderben können. «Ob und in welcher Form es künftig noch Konzerte mit Züri West geben wird, kann ich nicht sagen», sagt dann auch der Jubilar.

Immer ohne Anbiederung an den Trend

Aber eben: «Mir wei nid grüble». Züri West, gegründet 1984, in wechselnder Besetzung, bleiben. Sowieso. «I schänke dr mis Härz», «Mojito», «Fingt Ds Glück Eim?» sind Volksgut. Und dies immer ohne Anbiederung. Züri West waren und sind immer Züri West. Etwas Sturköpfe. Trends kamen und gingen, Kuno Lauener und Band blieben. Auch als längst alles streamte und keiner mehr Alben kaufte, tat sich die Band schwer, den Sprung auf die Streamingdienste zu machen. Erst seit 2019 kriegt man die Züris auch auf Spotify.

Lauener ist spät Vater geworden, erst mit 50. Von der Mutter seiner Kinder hat er sich kürzlich getrennt, in den letzten Jahren sind seine Eltern gestorben, dazu die MS-Diagnose. Es klingt alles wie aus einem nebelverhangenen Song, ist aber nebelverhangene Realität. «Ich habe Scheisstage, aber ich bin nicht verzweifelt», sagt Lauener «der NZZ am Sonntag». «Irgendwenn chunnt me immer a/Irgendeinisch geit's gäng wieder witer», singt Lauener in «Fingt Ds Glück Eim?». Vielleicht stimmt das, vielleicht auch nicht. Es gibt aber sicher dümmere Sachen an die man glauben kann. Alles Gute zum Geburtstag.