Bund will hinschauen
Nach Trennung von Filmtage-Direktorin: Bund kürzt Solothurn die Unterstützung

Im Sommer haben die Solothurner Filmtage ihre Direktorin abgesetzt. Dies und weitere Querelen haben nun Folgen für die Ausgabe 2022: Der Bund verschiebt die versprochene Subventions-Aufstockung.

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Jeweils Anfang Jahr finden in Solothurn die Filmtage statt. Nun verschiebt der Bund eine Subventions-Aufstockung wegen Querelen.

Jeweils Anfang Jahr finden in Solothurn die Filmtage statt. Nun verschiebt der Bund eine Subventions-Aufstockung wegen Querelen.

Hanspeter Bärtschi

Es geht um 20'000 Franken. Um diesen Betrag wollte das Bundesamt für Kultur (BAK) in den nächsten Vier Jahren seinen Beitrag an die Solothurner Filmtage aufstocken. Doch daraus wird nun nichts, meldet die «Zeit» am Donnerstag (Artikel online nicht verfügbar). Das BAK bestätigt auf Anfrage von CH Media die Recherche der Wochenzeitung. Konkret sei einfach die aktuelle Leistungsvereinbarung mit dem Filmfestival um ein weiteres Jahr verlängert worden, schreibt ein BAK-Sprecher. Solothurn erhält damit auch 2022 lediglich 440'000 Franken Subventionen vom Bund – dies bei einem Jahresbudget von drei Millionen Franken.

Wird die «geforderte Erneuerung» der Solothurner Filmtage allerdings umgesetzt, zeigt sich der Bund bereit, wieder über die Subventions-Aufstockung zu reden. Und danach will das BAK «besonders auf die Regeln der Good Governance und die Wahrung der Unabhängigkeit der künstlerischen Leitung», schreibt ein Sprecher weiter. Die «Zeit» interpretiert die um ein Jahr verzögerte Aufstockung der Subventionen für Solothurn denn auch als «Warnung an die Filmtage und ihre Führung».

Im Sommer war es bei den Solothurner Filmtagen einerseits an der Mitgliederversammlung überraschend zum Rücktritt des Präsidenten sowie zweier Vorstandsmitglieder gekommen. Tags darauf wurden sodann Anita Hugi, der Direktorin und künstlerischen Leiterin, das Mail und der Zugriff auf die elektronischen Systeme des Filmfestivals gesperrt. Und ein paar Wochen später teilten die Filmtage einseitige mit, Hugi werde nicht an ihren Arbeitsort zurückkehren. Die abgesetzte Filmtage-Direktorin darf sich aus juristischen Gründen nicht zur Angelegenheit äussern.

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