Wahlen
SVP zieht mit Glanzresultat wieder in die Walliser Regierung ein – CVP verliert Mehrheit

Die Walliser SVP konnte mit Franz Ruppen ihren Sitz im Staatsrat zurückgewinnen. Der Oberwalliser schaffte die Überraschung und erzielte das zweitbeste Resultat. Die CVP verliert damit ihre Mehrheit.

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SVP-Kandidat Franz Ruppen wurde am Sonntag neu in die Walliser Regierung gewählt.

SVP-Kandidat Franz Ruppen wurde am Sonntag neu in die Walliser Regierung gewählt.

Bild: Keystone

(agl) Die Walliserinnen und Walliser haben die SVP zurück in die Regierung gewählt. Nach der Abwahl von Oskar Freysinger im Jahr 2017 schafft es der Oberwalliser Nationalrat Franz Ruppen vier Jahre später, den Sitz zurückzuerobern. Die Mehrheit der C-Parteien, der CVP und der Christlichsozialen Volkspartei Oberwallis (CSPO), ist damit Geschichte. Die Stimmbeteiligung lag bei 55,6 Prozent.

Im ersten Wahlgang vom 7. März war SVP-Kandidat Franz Ruppen noch auf dem sechsten Platz gelandet, noch hinter dem CVP-Kandidaten Serge Gaudin. Am Sonntag besetzte er mit 50'982 Stimmen den zweiten Platz, hinter dem bisherigen CSP-Staatsrat Roberto Schmidt, der 55'698 Stimmen erhielt. Gaudin schaffte den Sprung in die Regierung nicht. Mit 37'414 Stimmen lag er deutlich hinter den anderen fünf Kandidaten zurück.

SVP erhofft sich angeregteren Diskurs in der Regierung

Die neue Walliser Regierung ist ein reines Männergremium. Am drittbesten wurde der SP-Kandidat Mathias Reynard gewählt. Er konnte den Sitz der zurückgetretenen SP-Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten mit 49'094 Stimmen verteidigen. Knapp hinter ihm folgt Staatsrats-Vizepräsident Frédéric Favre von der FDP mit 48'990 Stimmen. Den fünften Platz belegt Christophe Darbellay. Der Staatsratspräsident erzielte 43'799 Stimmen.

Die C-Parteien begrüssten es, dass weiterhin zwei Oberwalliser in der Regierung vertreten seien, sagte Adrian Pfammatter, Fraktionschef der CVP Oberwallis, in einem Interview mit Radio Rottu. «Wenn die Oberwalliser jemanden wollen, dann können sie es auch schaffen, ihn in die Regierung zu bringen.» Das sei gut so. Mit nur zwei Vertretern der C-Parteien werde es sicher schwieriger, so Pfammatter. SVP-Fraktionspräsident Michael Graber erhofft sich derweil, dass dadurch der Diskurs innerhalb der Regierung angeregt wird, wie er gegenüber Radio Rottu Oberwallis sagte.

Bereits nach dem ersten Wahlgang zurückgezogen hatten sich die beiden Grünen Kandidatinnen Brigitte Wolf und Magali Di Marco. Sie lagen damals mit jeweils knapp über 30'000 Stimmen weit hinter den anderen Kandidierenden zurück.