VOx-Analyse
Konzernverantwortung und Kriegsgeschäfte mobilisierten die jungen Frauen

Die Vox-Analyse zeigt, wer beim Urnengang von Ende November 2020 wie abgestimmt hat. Auffallend ist die hohe Mobilisierung im linken politischen Lager und bei den jungen Frauen.

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Das Forschungsinstitut GFS Bern hat ermittelt, wer am 29. November 2020 wie abgestimmt hat.

Das Forschungsinstitut GFS Bern hat ermittelt, wer am 29. November 2020 wie abgestimmt hat.

Keystone

(abi) Am Urnengang vom 29. November 2020 lehnte die Schweizer Stimmbevölkerung die Initiativen zur Konzernverantwortung (KVI) und zu den Kriegsgeschäften (KGI) ab. Nun hat das Forschungsinstitut GFS Bern in der vom Bund finanzierten Vox-Analyse das Stimmverhalten untersucht und die Ergebnisse am Donnerstag veröffentlicht.

Wie üblich hätten politisch Interessierte und an ein bestimmtes Lager gebundene, eher gut situierte Stimmberechtigte eher an der Abstimmung teilgenommen, heisst es in der Mitteilung. Als aussergewöhnlich bezeichnet GFS die hohe Mobilisierung im linken politischen Lager und bei den jungen Frauen. So lag bei den 18- bis 39-Jährigen die Stimmbeteiligung der Frauen mit 56 Prozent deutlich über derjenigen der Männer mit lediglich 32 Prozent.

Mitte-Rechts dominierte bei siegreichen Kantonen

Die KVI scheiterte trotz der Mobilisierung schlussendlich am Ständemehr. «Das Volksmehr hat sie erreicht, indem sie neben grossen Teilen der Linken auch die Hälfte der politischen Mitte, die Mehrheit der Frauen und die Mehrheit der unter 50-Jährigen überzeugt hat», schreibt das GFS. Dank sehr starker Unterstützung der SP- und Grünen-Anhänger genügten dazu mehr als ein Viertel der CVP und knapp zwei Drittel der GLP.

Allerdings dominierten in den siegreichen Kantonen die Mitte-Rechts-Kräfte. Laut GFS verwarfen die SVP- und FDP-Anhängerschaft die Initiative wuchtig mit 85 respektive 81 Prozent. Zudem waren politische Bindungen wirksamer als religiöse.

Ideologisch linke Personen stimmten für KGI

Bei der Kriegsgeschäfte-Initiative kamen die Ja-Stimmen vor allem von ideologisch linken Personen. Anhänger der Grünen sowie der SP, die stark mobilisiert werden konnten, hätten mit einer grossen Mehrheit ein «Ja» eingelegt. Sehr häufig ein «Nein» gab es hingegen von Mitte- und Rechts-Sympathisierenden. Gespalten waren die GLP-Anhänger, die nur zur Hälfte ein «Ja» eingeworfen haben.

Laut GFS zeigte sich bei den Ja-Stimmenden folgendes: Je eher jemand der Gesellschaft Schweiz ohne Armee (GSoA) vertraut, respektive je weniger jemand der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vertraut, desto eher habe er oder sie für die KGI gestimmt.