Sohn von Carla del Ponte: Mario Timbal wird neuer Fernsehchef

Nun ist es definitiv: Der Sohn der früheren Bundesanwältin Carla del Ponte wird neuer Chef beim italienischsprachigen Fernsehen RSI. Mario Timbal arbeitete bislang als Kulturmanager.

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Quereinsteiger: Mario Timbal war bislang Kulturmanager. Hier bei einem Auftritt am Filmfestival in Locarno. (Archivbild)

Quereinsteiger: Mario Timbal war bislang Kulturmanager. Hier bei einem Auftritt am Filmfestival in Locarno. (Archivbild)

Keystone

(rwa) Der Verwaltungsrat SRG ist dem Vorschlag des Regionalvorstands Corsi gefolgt und hat den 43-jährigen Tessiner am Freitag zum neuen Direktor von Radiotelevisione svizzera di lingua italiana (RSI) gewählt, wie es in einer Mitteilung heisst. Der frühere operative Leiter des Filmfestivals Locarno wird seine neue Funktion bei RSI im Frühjahr 2021 übernehmen. Zuletzt war er bei einer Kulturstiftung in Arles in Südfrankreich tätig.

Timbal habe im Nominationsverfahren «mit seiner Sensibilität für die kulturelle Dimension der italienischsprachigen Schweiz und seinem grossen Netzwerk in kulturellen und medialen Kreisen» überzeugt, heisst es weiter. «Ich freue mich darauf, ins Tessin zurückzukehren und die Leitung von RSI zu übernehmen», wird Timbal zitiert.

Favoriten kommen nicht zum Zug

Die Wahl des Sohns der früheren Bundesanwältin Carla del Ponte kommt überraschend. Für die Nachfolge des scheidenden Direktors Maurizio Canetta gab es zwei Favoriten: dessen Stellvertreterin Milena Folletti, die auch Programmleiterin von RSI ist. Und Marco Derighetti, der in der SRG den Bereich Operationen führt und Mitglied der Geschäftsleitung ist.

Nach einem Studium der Literaturwissenschaften in Lausanne arbeitete Timbal von 2005 bis 2007 als Journalist beim "Corriere del Ticino" in Lugano. Später war er in diversen Funktionen beim Locarno Film Festival tätig - zuerst als Marketing- und Sponsoring-Verantwortlicher, von 2013 bis 2017 als dessen Chief Operating Officer. Timbal ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.