Klimagipfel
«Meilenstein»: Schweiz einigt sich mit ersten Ländern auf «Paris»-Umsetzung

Die Schweiz einigt sich mit ersten Ländern auf Regeln zur Anrechnung von Treibhausgas-Reduktionen. Umweltministerin Sommaruga sieht darin einen «Meilenstein» bei der Umsetzung des Pariser-Abkommens.

Samuel Thomi
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Mit den ersten sechs Ländern hat Umweltministerin Sommaruga in Glasgow eine Einigung zur Anrechnung von Treibhausgas-Reduktionen erzielt.

Mit den ersten sechs Ländern hat Umweltministerin Sommaruga in Glasgow eine Einigung zur Anrechnung von Treibhausgas-Reduktionen erzielt.

Keystone

Die Schweiz hat am Donnerstag erste Abkommen zur Anrechnung von CO2-Reduktionen unterschrieben. Wie Simonetta Sommaruga am Rande der Weltklimakonferenz in Glasgow vor den Medien sagte, ist dies ein «Meilenstein» bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Die nun gefundene Lösung zur Umsetzung von dessen umstrittenem Artikel 6 könne «ein Vorbild sein auch für andere Länder», sagte die Schweizer Umweltministerin. Denn diese verhindere Doppelbuchungen von Minderungen beim Ausstoss von Treibhausgasen – einer der Knackpunkte bei der Umsetzung des 2015 vereinbarten Abkommens.

Wie Sommaruga ausführte, hat die Schweiz mit den beiden afrikanischen Ländern Ghana und Senegal, mit Georgien und Thailand sowie mit den Kleinstaaten Dominica (Karibik) und Vanuatu (Pazifik) bereits erste Abkommen zur Anrechnung von CO2-Reduktionen unterzeichnet. Weitere sollen laut der Umweltministerin folgen.

Nun greifen Minister ein

«Zwar wollen wir so viele Treibhausgasemissionen wie möglich in der Schweiz selber kompensieren», betonte Simonetta Sommaruga. Dies nicht zuletzt, um auch die entsprechenden Investitionen im Land behalten zu können. Bei jenen Kompensationen, welche die Schweiz im Ausland mache, solle nicht nur das Klima sondern sollen auch beide Länder profitieren. Aus Sicht der Umweltministerin braucht es darum klare Regeln zwischen Staaten und allenfalls auch Privaten, damit die Reduktionen nicht doppelt verbucht werden können.

Weil die Verhandlungen in Glasgow «gerade an einem wichtigen Punkt» seien, war Simonetta Sommaruga bereits am Dienstag – und damit einen Tag früher als ursprünglich geplant – an die Weltklimakonferenz gereist. Wie sie auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schreibt, werden sich nun auch weitere Ministerinnen und Minister in die Verhandlungen einschalten.

Regeln auch für Privatsektor

Die Schweiz will sich laut eigenen Angaben in Glasgow für robuste Regeln zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens einsetzen sowie die globalen Klimaschutzmassnahmen stärken. Dies im Einklang mit dem Schutz von Umwelt und Menschenrechten sowie einer nachhaltigen Entwicklung. Und vom Privatsektor fordert die Schweiz, dass sich dieser den Regeln für die Umsetzung von Artikel 6 ebenfalls anschliesst.

Seit Ende Oktober treffen sich in Glasgow Vertreterinnen und Vertreter aus fast 200 Staaten zur diesjährigen Weltklimakonferenz – kurz COP26 genannt. Auf Einladung der Vereinten Nationen soll es dabei um nichts weniger als die Überlebensfrage für Millionen Menschen gehen: Wie kann die Erderhitzung auf ein noch erträgliches Mass eingedämmt werden? Vor Ort sind etwa 25'000 Menschen - allerdings nicht nur Regierungsvertreter, sondern auch Tausende Journalistinnen und Klimaaktivisten.

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