Regulierung
Bund sagt Nein: Glarner Wölfe dürfen nicht geschossen werden

Der Kanton Glarus darf keine Jungwölfe schiessen. Der Bund hat ein entsprechendes Gesuch abgelehnt. Er begründet seinen Entscheid mit ungenügendem Herdenschutz.

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Der Kanton Glarus wollte drei Jungwölfe schiessen. Der Bund lehnt das Gesuch aber ab. (Symbolbild)

Der Kanton Glarus wollte drei Jungwölfe schiessen. Der Bund lehnt das Gesuch aber ab. (Symbolbild)

Keystone

Der Kanton Glarus stellte Ende September ein Gesuch, um drei von sechs Jungwölfe aus dem Kärpf-Rudel zu schiessen. Er war der Meinung, dass das Rudel innerhalb von vier Monaten zehn Nutztiere gerissen hat – «aus geschützten oder nicht zumutbar schützbaren Situationen», wie er am Donnerstag mitteilte.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) sieht dies anders und hat das Gesuch abgelehnt. Die Kriterien für einen Eingriff in das Rudel seien nicht erfüllt, schreibt es in einer Mitteilung. Konkret führt das Bafu ungenügenden Herdenschutz bei einigen Tieren an. Damit können diese nicht für die Wolfsregulation angerechnet werden. Der Kanton Glarus bedauert diesen Entscheid. Er hat nun die Möglichkeit, beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einzureichen.

130 bis 150 Wölfe leben in der Schweiz

Gemäss Bafu leben in der Schweiz aktuell rund 130 bis 150 Wölfe in mindestens 13 Rudeln – Tendenz steigend. Da die Schweizer Stimmbevölkerung im Herbst 2020 das revidierte Jagdgesetz abgelehnt hat, passte der Bundesrat im Sommer 2021 die Jagdverordnung an. Dabei wurde die Schwelle für den Abschuss von Wölfen deutlich gesenkt.

So wurde erst Anfang September der Abschuss von drei Jungwölfen im Kanton Graubünden bewilligt. Erstmals angewendet wurde die neue Regelung im Juli im Kanton Wallis: Die Behörden ordneten den Abschuss eines Wolfes an, der zehn Schafe gerissen hatte. Schliesslich wurde er Anfang August geschossen. Es war der erste offizielle Abschuss nach den neuesten Regeln. (abi)

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