Polycom
Das Funksystem für Sicherheits- und Rettungsdienste lässt weiter auf sich warten

Eigentlich hätte die Erneuerung des Sicherheitsfunksystems Polycom im Juli abgeschlossen werden sollen. Nun wird es Oktober, bis Polizei, Feuerwehr, Sanität und Grenzwacht das neue System nutzen können.

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Die meisten Polizeien und Sanitätsdienste müssen noch länger auf das neue Funksystem warten. (Symbolbild)

Die meisten Polizeien und Sanitätsdienste müssen noch länger auf das neue Funksystem warten. (Symbolbild)

Keystone

Trotz Projektfortschritten konnte die schweizweite Migration der bestehenden Infrastrukturen des Sicherheitsfunksystems Polycom auf eine neue Generation nicht wie geplant Anfang Juli stattfinden. Dies teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) am Freitag mit. Die Lieferfirma Atos habe die Abnahmekriterien nicht erfüllt, begründet das Babs die erneute Verzögerung. Die Firma erhält deshalb mehr Zeit: Die Freigabe für den sogenannten «Mass-Rollout» soll nun Mitte Oktober erfolgen.

Eigentlich hätte das Netz der neuen Generation bereits im April schweizweit in Betrieb gehen sollen. Schon damals hatte Atos eine Verschiebung beantragt. In der so gewonnen Zeit wollte die Firma Pendenzen und Mängel beheben und das System mit fehlenden Funktionalitäten ergänzen.

Babs befürchtet länger dauernden Parallelbetrieb

Bereits in Betrieb sind 42 Basisstationen in den Kantonen Aargau, Bern und Uri. Bei der Migration seien Erfahrungen gesammelt und Fehler aufgedeckt worden, heisst es in der Mitteilung des Babs. Möglicherweise könnten bald weitere Kantone in Pilotbetrieb gehen.

Die erneute Verzögerung habe laut der Lieferfirma keine Mehrkosten zur Folge, schreibt das Babs weiter. Wegen der Verzögerungen im Projekt bleibe aber das Risiko, dass der Parallelbetrieb der alten und neuen Komponenten des Systems länger als bis 2025 dauern könnte. Dies würde entsprechende Mehrkosten nach sich ziehen. (wap)