Pandemie
Studie bestätigt: Schwangere sollen sich möglichst impfen lassen

Die Zellen der Plazenta können sich mit dem Coronavirus infizieren. Das zeigt eine neue Studie aus der Schweiz. Die Forscher empfehlen deshalb Schwangeren dringend, sich impfen zu lassen.

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Schwangere haben bei einer Coronainfektion ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. (Symbolbild)

Schwangere haben bei einer Coronainfektion ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. (Symbolbild)

Keystone

Was geschieht, wenn die Plazenta mit dem Coronavirus infiziert wird? Das wollten Forscher des bundeseigenen Instituts für Virologie und Immunologie (IVI) und des Universitätsspitals Lausanne herausfinden. Ihr Fazit: Zellen der Plazenta können mit dem Virus infiziert werden. Dieses könne sich dort rasch vermehren und die angrenzenden Zellen infizieren, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Freitag. Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Wissenschaftsmagazin «Cell Reports Medicine» veröffentlicht.

«Dies ist ein enormer Fortschritt für das Verständnis von Covid-19 während der Schwangerschaft», wird Marco Alves, Immunologe und Forschungsgruppenleiter beim IVI, in der Mitteilung zitiert. «In der Plazenta können schnell Tausende infektiöse virale Partikel produziert werden.» Die Beobachtung eines für jede Schwangerschaft individuellen Ausdrucks des Sars-CoV-2-Rezeptors in der Plazenta könne erklären, warum das Virus nur manchmal auf den Fötus übergehe.

Gemäss Mitteilung haben Schwangere generell ein höheres Risiko für eine Coronaansteckung und einen schweren Verlauf. Auch sei das Sterblichkeitsrisiko des Fötus einer infizierten Schwangeren um zwei bis drei Mal höher. Schwangere und ihre Föten seien durch Corona besonders gefährdet.

Die Studie bekräftigt damit die Empfehlung für Schwangere, sich impfen zu lassen. Bislang hätten schon Hunderttausende schwangere Frauen von einer Impfung profitiert, ohne dadurch das Risiko für Mutter und Kind zu erhöhen, rufen die Forscher in Erinnerung. Tatsächlich dringe die mRNA nicht bis zum Fötus durch, obwohl die von der Mutter entwickelten Antikörper die Plazentaschranke passierten und damit Schutz für das Kind böten. (rwa)

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