Kunsthaus
Umstrittene Sammlung Bührle: Stadt und Kanton Zürich wollen Hand bieten

Die Herkunft der ans Kunsthaus ausgeliehenen Werke der Sammlung Bührle soll unabhängig geprüft werden. Das fordern Stadt und Kanton Zürich. Sie reagieren damit auf Kritik.

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Im Erweiterungsbau des Zürcher Kunsthauses werden Werke aus der Sammlung des Waffenhändlers Emil Bührle gezeigt. Der Umgang mit der Sammlung führt zu Kritik.

Im Erweiterungsbau des Zürcher Kunsthauses werden Werke aus der Sammlung des Waffenhändlers Emil Bührle gezeigt. Der Umgang mit der Sammlung führt zu Kritik.

Keystone

Die Diskussion um einen angemessenen Umgang mit der historisch belasteten Sammlung im neuen Erweiterungsbau des Kunsthauses ist am Wochenende erneut aufgeflammt. Grund dafür ist eine Medienmitteilung vom Sonntag, die von verschiedenen Historikerinnen und Historikern unterzeichnet wurde – darunter auch ehemalige Mitglieder und Mitarbeitende der «Bergier-Kommission». Die Expertenkommission beschäftigte sich um die Jahrtausendwende mit Vermögenswerten, die während des Zweiten Weltkrieges in die Schweiz transferiert worden waren.

Die Unterzeichneten übten in ihrem Schreiben Kritik am Umgang mit der Kunstsammlung des Waffenhändlers und stellten Forderungen. Stadt und Kanton Zürich begrüssen die aktuelle Debatte, wie sie am Mittwoch gemeinsam mitteilten.

Stadt und Kanton begrüssen Forderungen

Auch mit den Forderungen sind Stadt und Kanton einverstanden: Bund, Kanton und Stadt sollen die historische Forschung weiterführen, die Provenienzforschung, welche die Stiftung Bührle geleistet hat, evaluieren und den Dokumentationsraum zur Sammlung im Kunsthaus weiterentwickeln. Gerade bezüglich Herkunftsforschung der Werke «wollen» Stadt und Kanton, dass diese zu den ans Kunsthaus ausgeliehenen Werken der Sammlung durchgeführt wird, wie sie schreiben. Sie würden sich mit der Zürcher Kunstgesellschaft im Austausch befinden, wie eine solche unabhängig durchgeführt werden könne.

Weiter verweisen sie auf einen letzten Herbst veröffentlichten Forschungsbericht der Universität Zürich, der die Grundlage für ergänzende Forschungen rund um die Sammlung bilde. Stadt und Kanton hätten bereits damals betont, dass sie an weiteren Forschungsprojekten interessiert seien. Allerdings sehen sie hier vor allem die Wissenschaftsinstitutionen in der Verantwortung. Zudem verweisen sie auf zwei parlamentarische Vorstösse, bei denen sie den Willen für eine Prüfung öffentlich signalisiert hätten.

Bezüglich Dokumentationsraum erwarten Stadt und Kanton, dass er weiterentwickelt werde und sich auf den jeweils aktuellen Forschungsstand beziehe. Auch sollen Informationen zu den Provenienzen der Werke mehr Gewicht erhalten und die Vermittlung etwa durch Veranstaltungen, Führungen oder den Beizug von unabhängigen Expertinnen und Experten ergänzt werden. Der neue Subventionsvertrag der Stadt mit der Zürcher Kunstgesellschaft, der momentan erneuert wird, werde zudem weitere Verpflichtungen bezüglich der Sammlung Bührle beinhalten. (wap)

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