Kreditwürdigkeit
Credit Suisse stuft Baselland herab – Warnung an Glarus, Solothurn und Uri

Wegen überdurchschnittlich hoher Schulden senkt die Credit Suisse die Kreditwürdigkeit von Baselland. Und drei Kantonen erteilt die Grossbank einen negativen Ausblick. Doch eine Stadt darf sich freuen.

Samuel Thomi
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Hat bei der Credit Suisse an Kreditwürdigkeit eingebüsst: Der Kanton Baselland – im Bild das Regierungsgebäude in Liestal.

Hat bei der Credit Suisse an Kreditwürdigkeit eingebüsst: Der Kanton Baselland – im Bild das Regierungsgebäude in Liestal.

Nicole Nars-Zimmer

Freuen über das neue Credit-Suisse-Rating der Kreditwürdigkeit darf sich am Dienstag vorab ein Kanton: Basel wird von High AA auf das höchste Bewertungsniveau AAA heraufgestuft. Dies nachdem der Stadtkanton in den letzten drei Jahren jeweils eine «hervorragende Erfolgsbilanz» ausgewiesen habe, schreibt die CS zur Begründung in einer Mitteilung.

Ein paar Kilometer weiter dürfte am Dienstag dagegen wenig Freude herrschen: Die Kreditanalysten der Credit Suisse stufen den Nachbarkanton Baselland nämlich von Middle AA auf Low AA herab. Diese negative Ratingmassnahme habe sich allerdings abgezeichnet, schreibt die CS. So attestierte die Grossbank Baselland bereits vor Jahresfrist ein negativer Ratingausblick. Dies in erster Linie, weil der Kanton bereits seit Jahren eine überdurchschnittliche Verschuldung aufweise.

Ein Lob auf die konservative Haushaltsführung

Aus demselben Grund bewertet die Credit Suisse neu auch den Ausblick der Kantone Glarus, Solothurn und Uri negativ. Glarus und Uri werden von den CS-Kreditanalysten aktuell mit High AA bewertet, Solothurn mit Middle AA, wie eine Studienautorin auf Anfrage von CH Media sagte. Die CS präzisiert jeweils jede Ratingstufe mit den Zusätzen Low, Middle oder High und versieht sie mit einem positiven, stabilen oder negativen Ausblick.

Generell würden sich die Ratingmassnahmen jedoch erneut in Grenzen halten, schreibt die Credit Suisse. Obwohl die Auswirkungen der Pandemie auf die Kantons- und Gemeindefinanzen unbestritten seien, zeigten auch die Ergebnisse im neuesten, eben publizierten Kantonshandbuch, dass die Kantone die Krise grundsätzlich gut gemeistert haben. Laut CS ist dies insbesondere der konservativen Führung der Kantonshaushalte zu verdanken. Zudem seien Sparmassnahmen «lobenswerterweise selten» auf Kosten von Investitionen erfolgt.

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