Krankheit
Affenpocken erreichen die Schweiz – ein zweiter Fall im Kanton Genf entdeckt

Nun haben die Affenpocken auch die Schweiz erreicht: Nach dem ersten Fall im Kanton Bern wurde nun auch im Kanton Genf eine Infektion gemeldet. Die betroffene Person befindet sich in Isolation.

André Bissegger, Ann-Kathrin Amstutz
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Die Affenpocken haben die Schweiz erreicht. In Bern wurde der erste Fall registriert, nun wurde ein zweiter Fall im Kanton Genf bekannt. (Symbolbild)

Die Affenpocken haben die Schweiz erreicht. In Bern wurde der erste Fall registriert, nun wurde ein zweiter Fall im Kanton Genf bekannt. (Symbolbild)

Bild: WHO/Nigeria Centre Of Disease Control

Die Affenpocken, die bislang auf Afrika beschränkt waren, breiten sich immer mehr aus. Im Kanton Genf wurde der schweizweit zweite Fall entdeckt, wie das kantonale Gesundheitsdepartement am Dienstagabend mitteilte. Gemäss den Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) befinde sich die betroffene Person bis zum vollständigen Abklingen der Krankheit in Isolation. Ihr Allgemeinzustand sei gut und erfordere derzeit keine Hospitalisierung.

Erste Erkenntnisse würden darauf hindeuten, dass sich die infizierte Person auf einer Reise im Ausland angesteckt hat. Derzeit wird eine epidemiologische Untersuchung durchgeführt, um Personen zu warnen, die möglicherweise exponiert waren, schreibt das Genfer Gesundheitsdepartement.

Am Samstagnachmittag hatte die Gesundheitsdirektion des Kantons Bern den ersten bekannten Fall von Affenpocken in der Schweiz gemeldet. Mit dem Fall aus Genf kommt nun eine zweite Infektion hinzu. Neben Fällen in Nordamerika und Australien häuften sich in den letzten Tagen die Meldungen aus verschiedenen europäischen Ländern.

Person hatte engen körperlichen Kontakt im Ausland

Konkret wurde dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag ein erster Verdachtsfall gemeldet. Die Laboruntersuchungen hätten den Verdacht bestätigt, schrieb die Gesundheitsdirektion des Kantons Bern am Samstag. Der Kantonsärztliche Dienst (KAD) habe das Contact Tracing aufgenommen, um mögliche Ansteckungsketten nachzuvollziehen.

Bislang ist bekannt, dass die betroffene Person aufgrund «von engem körperlichen Kontakt im Ausland» mit dem Virus in Berührung kam. Sie liess sich beim Arzt untersuchen, da sie Fieber, Unwohlsein und Bläschen hatte.

Gemäss Gesundheitsdirektion befindet sich die Person zuhause in Isolation und der Krankheitsverlauf sei mild. Zudem wurde eine mögliche Kontaktperson bereits informiert.

Möglicher Impfstoff in der Schweiz nicht zugelassen

Das BAG beobachtet derweil die Situation «aufmerksam», wie es auf der Website schreibt. Aktuell gebe es keinen spezifischen Impfstoff gegen Affenpocken. Allerdings verleihen die Pockenimpfstoffe der ersten und zweiten Generation, die in der Schweiz bis 1972 verabreicht wurden, «einen wirksamen Schutz». Der Pockenimpfstoff der dritten Generation schützt ebenfalls. Dieser ist zwar in der EU, nicht aber in der Schweiz zugelassen, wie es weiter heisst.

Seltene Viruserkrankung

Die Affenpocken sind eine seltene Viruserkrankung, die von Tieren auf Menschen übertragen wird. Seit Anfang Mai gab es eine ungewöhnliche Häufung von Fällen bei Menschen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch kann gemäss Gesundheitsdirektion «durch engen Kontakt mit Atemwegssekreten, Hautverletzungen einer infizierten Person oder kürzlich kontaminierten Gegenständen» erfolgen – etwa Bettwäsche.

Die Affenpocken verlaufen in der Regel deutlich milder, als die seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken. Die meisten Menschen würden sich innerhalb von mehreren Wochen erholen. Wer von Affenpocken befallen ist, muss sich in Isolation begeben, bis die letzten Bläschen zu Krusten geworden sind.

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