Impfkampagne
Oberster Gesundheitsdirektor: «Der August wird entscheidend»

Nur eine höhere Impfquote kann eine vierte Welle in der Schweiz verhindern, sagt der Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) Lukas Engelberger. Der August dürfte dabei entscheidend sein.

Drucken
Teilen
Stand jetzt sieht der oberste Gesundheitsdirektor noch keinen Anlass zur Sorge. (Archivbild)

Stand jetzt sieht der oberste Gesundheitsdirektor noch keinen Anlass zur Sorge. (Archivbild)

Keystone

Lukas Engelberger geht davon aus, dass viele Leute die Impfung vertagt haben und diese nach den Sommerferien noch nachholen werden, wie er gegenüber dem «Tagesanzeiger» sagt. Aktuell ist der oberste Gesundheitsdirektor noch nicht beunruhigt, doch er sagt weiter: «Der Monat August wird entscheidend sein, um die Impfquote zu steigern. Sollte dies nicht gelingen, dann werde ich sehr beunruhigt sein.»

Jeder und Jede habe es jetzt in der Hand, mit der Impfung einschneidende Massnahmen im Herbst und Winter zu verhindern, so Engelberger. Aktuell sehe er zu Verschärfungen zwar keinen Anlass, aber auch nicht zu Lockerungen. «Die Vorstellung, mit einer gewissen Durchimpfung alle Einschränkungen sofort aufheben zu können, ist naiv.» Es brauche weiterhin Schutzmassnahmen, die phasenweise gelockert oder verschärft werden können.

Impf-Entschädigung ist kein Thema

Ein erneuter Lockdown sei mit den Impfungen zwar ein unwahrscheinliches Szenario. «Falls sich aber eine Überlastung des Gesundheitssystems abzeichnen sollte, weil die Ansteckungen und Hospitalisierungen zunehmen, aber nicht die Impfungen, dann müsste man über weitere Massnahmen nachdenken», sagt der GDK-Präsident. Denkbar sei etwa eine Ausweitung der Zertifikatspflicht, wie sie Frankreich bereits vorgenommen hat.

Um die Bevölkerung weiterhin zum Impfen zu motivieren, setze die Schweiz auf Informationskampagnen und niederschwellige Impfangebote. Insbesondere Hausärzte könnten das Thema mit ihren Patientinnen und Patienten dank ihres Vertrauensverhältnisses gut ansprechen, so Engelberger. Von Impf-Anreizen, wie sie andere Länder kennen, halten die Gesundheitsdirektoren derweil nichts, wie Michael Jordi, Generalsekretär der GDK, gegenüber Radio SRF sagte. «Ich denke, dass in der Schweiz generell diese Entschädigung durch den Staat – mit Franken oder Kuchen – doch etwas weniger wirksam ist als vielleicht anderswo.» (agl)

Aktuelle Nachrichten