Gesundheit
Verhütung: Studie ortet deutliche Unterschiede nach Migrationsstatus

Herkunft und Migrationsstatus spielen beim Thema Verhütung eine Rolle, zeigen Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung. Laut einer Studie braucht es vermehrt Anstrengungen, um Verhütungsmittel für alle zugänglich zu machen.

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Laut Studie muss mehr getan werden, um Verhütungsmittel allen zugänglich zu machen. (Symbolbild)

Laut Studie muss mehr getan werden, um Verhütungsmittel allen zugänglich zu machen. (Symbolbild)

Keystone

Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) hat untersucht, inwiefern Bildungsstand, Herkunft, Migrationsstatus und Lebensstil mit dem Thema Verhütung zusammenhängen. Als Grundlage dienen Daten aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017, die Informationen zu insgesamt rund 7900 Personen umfassen, die zum Zeitpunkt der Befragung sexuell aktiv und nicht schwanger waren.

Bei der Analyse der Daten ergeben sich durchaus Unterschiede je nach Migrationsstatus und Herkunftsland, wie dem Obsan-Bericht zu entnehmen ist. So gaben Personen mit Schweizer Hintergrund mit über 80 Prozent am häufigsten an, eine Methode zur Empfängnisverhütung zu verwenden. Ähnlich hohe Raten wiesen Menschen mit Bürgerrecht in einem der Nachbarländer, sowie Personen mit Wurzen in Portugal, Spanien, sowie Nord- und Südamerika auf.

Weitere Anstrengungen nötig

Am tiefsten waren laut Bericht die Anteile derjenigen, die eine Verhütungsmethode benutzten, bei Personen mit Wurzeln in Südosteuropa (68 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer) sowie der östlichen Mittelmeerregion und Afrika (67 Prozent der Frauen und 55 Prozent der Männer). Auch der Migrationsstaus spielt eine Rolle, wie die Daten zeigen. So verhüteten Frauen, die bei der Geburt in der Schweiz eine andere Nationalität hatten, signifikant seltener. Das gleiche gilt für Frauen der ersten Migrationsgeneration.

Die Studie kommt zum Schluss, «dass Anstrengungen, Verhütungsmittel für alle Personen in der Schweiz besser zugänglich zu machen, nach wie vor nötig sind». Dies, um die gesundheitlichen Risiken einer ungeplanten Schwangerschaft zu vermeiden. Zudem brauche es weiterhin Information und Beratung zu den verschiedenen Verhütungsmitteln, damit jede Person eine gut informierte Wahl treffen kann. (agl)

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